Dorfkirche Verchen
Marienkloster der Benediktinerinnen

In Verchen siedelte sich im Mittelalter ein Benediktinerinnenkloster an.
Die im Jahre 1269 erbaute Klosterkirche St. Marien ist ein frühgotischer rechteckiger Saalbau. Das fünfseitige Chorpolygon mit Sterngewölbe und der Nordturm sowie die Südvorhalle wurden im 15. Jahrhundert angefügt.
Das Kirchenschiff ist von einer flachen Holzbalkendecke überzogen.
Die Wandmalereien stammen aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Insbesondere die fratzenhaften Gesichter um die Wasserlöcher der Gewölbe sind beeindruckend.
Die kostbaren Glasmalereien der fünf Chorfenster wurden bei der Restaurierung 1862 im Königlichen Institut für Glasmalerei in Berlin auf 3 Fenster verteilt und ergänzt.
Um 1420 wurde der Schnitzaltar geschaffen, dessen Mittelschrein erhalten ist. Die Predella mit einer Darstellung des von Engeln gehaltenen Schweißtuchs mit dem Antlitz Jesu stammt aus dem Jahr 1500. Der Altaraufsatz gehört zu den schönsten und besterhaltensten Altaraufsätzen in Mecklenburg-Vorpommern.
Zur Ausstattung zählen noch ein Triumphkreuz (um 1440), die Kanzel, ein hölzerner Taufständer mit Deckel und die Orgel mit neugotischem Prospekt sowie weitere Schnitzfiguren.
Als die Reformation Einzug hielt und das Land evangelisch wurde, konnten die Benediktinerinnen bleiben. Zwischen 1560 und 1575 vernichtete aber ein Großbrand die meisten Gebäude des Klosters. Erst im Jahre 2004 wurde die Klostertradition wieder aufgenommen mit vier Schwestern der Christusbruderschaft Selbitz.
Auf dem Klosterhof steht ein Kriegerdenkmal. Der Friedhof der Gemeinde befindet sich am Ortsrand.