Dorfkirche Körchow

Erste urkundliche Erwähnung fand das Dorf bereits 1194. Die spätromanische Wehrkirche stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Der massige Westturm ist im Innern durch eine leicht spitzbogige große Öffnung mit dem Schiff verbunden. Wohl noch im 13. Jahrhundert wurde das ursprünglich flachgedeckte Langhaus mit zwei Kreuzrippengewölben ungleicher Länge überspannt.
Die Chorfenster und die schlanken Fenster im Schiff sind rundbogig abgeschlossen. Das Südportal wurde zugesetzt. Am Westturm befindet sich ein Wappenrelief und eine Uhr. Das reich profilierte Stufenportal wurde später in den Turm eingesetzt.
1914 erfolgte die Erneuerung des eingezogenen Rechteckchores in Backstein und des Turmgewölbes. Aus dieser Zeit stammt wohl auch der nördliche Chor-Anbau aus Granitstein.
Zur Innenausstattung gehört ein barocker Altar aus dem Jahr 1730, gefertigt durch F.W. Krus in Kiel. Das Altarbild zeigt den auferstandenen Christus beim Verlassen des Grabes. Umspielt wird der Altar von den figürlichen Glasmalereien der Ostfenster. Weitere Fenster sind mit ornamentlicher Glasmalerei geschmückt, die im Jahr 2000 restauriert wurde.
Die schlichte Holzkanzel in dunklen Farben wird über den nördlichen Sakristeianbau betreten. In der Ecke steht zudem ein alter Ofen. Die sechseckige Taufe ist eine schlichte Schmiedearbeit.
Die Gewölberippen im Schiff sind eindrucksvoll bemalt. An der Nordwand hängt ein Tafelbild mit einer Darstellung des Gekreuzigten. Eine Gedenktafel an der Schiffssüdwand erinnert an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus dem ganzen Kirchspiel. Daneben hängen zwei weitere Tafeln für die Veteranen der Feldzüge 1808-1815 und 1870-71. Ein Denkmal steht westlich der Kirche. Es ist aber nicht mehr als Kriegerdenkmal erkennbar.
Die Orgel baute Marcus Runge 1914. 1945 wurde sie zerstört und 1958 von der Fa. Nietschmann wieder aufgebaut. Die Westempore zeigt an der Brüstung das Familienwappen der Gutsherren von Graevenitz auf Zühr.
Der Kirchhof ist von einer Feldsteintrockenmauer umgeben und begrünt. Der Friedhof, von hohen Bäumen umgeben, befindet sich am östlichen Dorfrand.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Parchim, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001