Dorfkirche Bibow

Eine slawische Besiedlung ist aus der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts belegt, 1247 erstmalige urkundliche Erwähnung und bereits 1282 wird der Ort als Pfarre bezeichnet. Die heutige Kirche, ein hochgotischer Backsteinbau mit Strebepfeiler auf Feldsteinfundament, wird zu Anfang des 14. Jahrhunderts (1320) errichtet.
Etwas älter ist der Chor mit polygonalem Abschluss und Kreuzrippengewölbe. Dendrochronologische Untersuchungen des Chordachstuhls weisen auf im Winter 1296/97 geschlagenes Holz hin. Fundamentreste einer Sakristei im Süden. Ein eindrucksvolles gotisches Doppelportal befindet sich hinter dem Fachwerkturm aus dem Jahr 1745, ursprünglich war ein massiver Turmbau geplant, was an den Mauerverzahnungen im westlichen Außenmauerwerk ersichtlich ist. 1390 wurde ein hoher Nordanbau (heutige Winterkirche) der Kirche hinzugefügt.
1373 wird Johann von Plessen mit dem Kirchspiel Bibow genannt.  Bis ins 18. Jahrhundert wechselt der Besitz ständig zwischen denen von Plessen und von Bibow. 1744 erwirbt Oberstleutnant Adolf Friedrich von Bassewitz den Besitz. Der nördliche Anbau wird 1745 zur niedrigeren Grabkapelle v. Bassewitz umgebaut und auch der barocke Kanzelaltar eingebaut.
1807 stürzte das Langhausgewölbe ein und wurde erst 1819 in der heutigen Form wiederhergestellt. Reste mittelalterlicher Ausmalung werden freigelegt.
1829 wird Bibow bürgerlicher Grundbesitz.
1872 erhält die Kirche eine Orgel von Friedrich Friese (III).
Die kleine Bronzeglocke im Turm wird 1893 von C. Oberg in Wismar gegossen, im Auftrag des Kirchenpatrons C. Kayatz auf Hasenwinkel. 1912 erwirbt der Deutschrusse Wladimir Schmitz Schloss Hasenwinkel und veräußert es bereits 1927 an die Verlegerfamilie Girardet aus Essen.
1921 skizzierte der Bauhauskünstler Lyonel Feininger (1871-1956) auf der Durchreise die Kirche. Das Original befindet sich im Busch-Reisinger-Museum der Harvard-Universität in Cambridge, Massachusetts.
1945 endet mit der Enteignung der Familie von Langen das Patronat über die Kirche.
1999 wurde der Bibower Kirchenbauverein gegründet und erste Maßnahmen zur Restaurierung der inzwischen stark baufälligen Kirche unternommen.
Nördlich der Kirche befindet sich eine Grabstätte für 42 Kriegsopfer des Jahres 1945.
(weitere Quelle: Informationstafel in der Kirche)

Quellen:
Dorfkirchen in Mecklenburg, Buch, Horst Ende, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1975
Dorf- und Stadtkirchen Wismar-Schwerin, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001