Dorfkirche Groß Brütz (Gemeinde Brüsewitz)

Im 14. Jahrhundert besaß die Familie von Halberstadt das Dorf und das Patronatsrecht über eine Kirche. Wahrscheinlich stiftete sie die gotische Backsteinkirche mit dem polygonalen Chorschluss und dem mächtigen Westturm mit dem reich profilierten Stufenportal auf der Westseite. Der südliche Anbau am Turm erfolgte in späterer Zeit.
Im ausgehenden Mittelalter wurde die Kirche zu einer Wallfahrtskirche mit einem wundertätigen Marienbild.
Der Bau wird gegliedert durch kräftige, getreppte Strebepfeiler. Doch im Innern der Kirche ist kein Gewölbe zu bewundern. Der Innenraum ist mit einer flachen Holzdecke geschlossen. Der Raum wird dominiert durch die zahlreichen wappengeschmückten Emporen, die von der Geschichte der zur Gemeinde gehörenden Gutsdörfer erzählen (v.Lepel, v.Brandenburg, Schack auf Brüsewitz). Die Orgel von Marcus Runge stammt aus dem Jahr 1924. Anstelle des spätgotischen Schnitzaltars wurde ein neugotischer Altaraufsatz aufgestellt und die Flügel des alten Altares erhielten ihren Platz im Turmraum. Die Kanzel und die hölzerne Taufe stammen aus der Zeit des Barocks. In den Fenstern der Südwand sitzen Buntglas-Medaillons der Apostel Petrus und Paulus sowie des Evangelisten Johannes. Die beiden Ostfenster im Chor zeigen prächtige Glasmalereien mit der Darstellung der Auferstehung und Christus als Lamm Gottes mit Siegesfahne. Die alte romanische Tauffünte steht auf dem Kirchhof, der im Westen in einen langgestreckten Friedhof übergeht. Auf dem Friedhof befinden sich zahlreiche Familiengrabstätten, z.B. Fam. Diestel auf Grambow, Kl. Welzin und Neuhof.
Direkt vor dem Westportal steht ein Obelisk, er ist das Kriegerdenkmal mit den Namen der Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Im Turmraum ist eine Gedenkstätte für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs eingerichtet. Auf dem Friedhof steht im Norden der Kirche ein Gedenkstein für 19 Kriegsopfer aus den Maitagen 1945.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen Wismar-Schwerin, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001