Dorfkirche Hohenmocker

Die turmlose Hallenkirche aus sauber geschichteten Feldsteinen über einem geschrägten Granitsteinsockel wurde Ende des 13. Jahrhunderts errichtet und war ursprünglich in zwei kuppelgewölbte Joche unterteilt. Ein Westturm, nach westfälischem Vorbild leicht aus dem Schiff herausgezogen, war geplant oder sogar ausgeführt, wovon entsprechende Maueransätze zeugen. Diese Maueransätze fassen heute den blendengeschmückten Westgiebel in Form von mächtigen Strebepfeilern ein. Der Ostgiebel zeigt ebenfalls reichen Blendenschmuck in Backstein, in der Ostwand sitzt zudem eine auffällige Fenster- bzw. Blendengruppe.
Priester- und Laienpforte auf der Südseite und ein großes Portal auf der Nordseite sind in Backstein ausgeführt und tragen reich profilierte Stufengewände, Rundstab und Kehle, das Nordportal in der Kämpferzone mit ausgearbeiteten Kelchkapitellen.
Die Kirche ist mit einem abgewalmten Mansarddach gedeckt.
Im freistehenden Glockenstuhl befinden heute (2016) wieder drei Glocken. Die ältere kleine Bronzeglocke wurde wohl um 1730 von Michael Begun in Friedland gegossen und 1800 von Gottlieb Becker in Stettin umgegossen. Eine große Eisenhartgussglocke wurde 1958 gegossen (wohl in Apolda). Sie wurde ausgehängt und steht seit Dezember 2015 auf der Südostseite vor der Kirche. Zwei neue Bronzeglocken wurden 2015 bei A. Bachert in Karlsruhe gegossen und Ende des Jahres mit einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht.
Der von einer flachen Holzbalkendecke überzogene Innenraum wird dominiert vom barocken Kanzelaltar von 1756. Am Kanzelkorb prangen die Initialen und das Wappen der Stifterfamilie. Auf dem Gesims des von Pilastern flankierten Aufsatzes stehen zwei allegorische Figuren und als Bekrönung thront das Auge Gottes in einer Strahlengloriole auf der Spitze. Betreten wird der Kanzelkorb über den Aufgang von der Nordseite, der sich innerhalb eines hölzernen Logengestühls befindet, das mit der gleichen Rankenornamentik durchbrochen geschmückt ist wie die Altarschranken. In der Südostecke steht zudem noch der Pastorenstuhl. Im Innern des Logengestühls befinden sich einige derzeit nicht genutzte bzw. wegen der Renovierung abgelegte Stücke, z.B. ein Opferstock, die Turmkugel oder auch Gedenktafeln für die Opfer des Zweiten Weltkrieges. An der Südseite steht etwas einsam eine achteckige Taufe aus neugotisch geschmücktem Industriestein. Ein zweiter, wohl mittelalterlicher Taufstein steht unter der Westempore. Gemeindegestühl und Westempore sind laut Aufschrift Stiftungen des damaligen Kirchenpatrons Ferdinand von Krause aus dem Jahr 1835. Auf der Empore steht ein neugotischer Orgelprospekt, die Orgel wurde von FISCHER in Demmin Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut. An der Nordwand der Orgelempore wurde ein rechteckiges Teilstück mit mittelalterlichen Wandmalereien freigelegt, das vermutlich zu einem geschlossenen Wandfries gehört. Von der Empore führt eine Holzleiter in den Dachstuhl. Unter der Westempore stehen zwei große Gedenktafeln mit den Namen der aus dem Kirchspiel im Ersten Weltkrieg gefallenen Gemeindemitglieder. Die Tafeln sollen demnächst wieder im Kirchenraum aufgehängt werden. Zur ansonsten äußerst schlichten Ausstattung gehört noch ein an der Nordwand hängendes Kruzifix mit Korpus, dessen Herkunft und Alter mir nicht bekannt ist.
Die Kirche ist von einem großen Friedhof umgeben.
(weitere Quelle: "Dorfkirchen in Not e.V.")