Dorfkirche Weltzin (Gemeinde Burow)

Die Dorfkirche von Weltzin ist ein schlichter Hallenbau aus Feld- und Backstein, mit einem freistehenden verbretterten Westturm, der eine schindelgedeckte Spitzhaube trägt. An das zweijochige Langhaus schließt sich übergangslos ein einjochiger Chor mit geradem Ostschluss an. Der Ostgiebel ist ungleichmäßig mit Putzblenden geschmückt, das Ostfenster wurde zugesetzt. Die Schiffsfenster wurden segmentbogig verändert und mit Buntglasscheiben versehen. Eine südliche Eingangsvorhalle aus Ziegelfachwerk wurde später angefügt.
Der Innenraum ist mit einer Bretterdecke und kräftigen Querbalken verschlossen.
Die schlichte Ausstattung besteht aus dem barocken Chor- und Bankgestühl, einem Beichtstuhl und einer Kanzel mit Aufgang sowie der Westempore mit Orgel. Schmuckstück ist ohne Zweifel der Altaraufsatz mit leicht verspielten barocken Formen, in den ein Mittelschrein eines Schnitzaltares integriert wurde. Eine Kreuzigungsdarstellung wird von den Aposteln Petrus und Paulus sowie zwei weiblichen Heiligen flankiert. In der Predella wird ein ausdrucksstarkes Abendmahlsbild gezeigt.
Am Aufgang der Kanzel sind die Evangelisten Matthäus, Lukas und Johannes (Markus fehlt) in drei gerahmten und bemalten Feldern zu sehen. Die durch Säulen gegliederten Brüstungsfelder des Kanzelkorbes sind leer.
Vor dem Gemeindebankgestühl steht die Kuppa eines mittelalterlichen Taufsteins.
Die sieben der acht Brüstungsfelder der Westempore sind mit Aposteldarstellungen bemalt. Im vierten (von Süden gesehen) Feld ist Christus als Salvator mundi abgebildet. Die paarweise dargestellten Apostel sind anhand ihrer Attribute nur teilweise zu identifizieren (z.B. Petrus mit Schlüssel, Simon mit Säge, Johannes mit Giftbecher, Andreas mit Kreuz), somit stellt sich die Frage, warum sind vierzehn Apostel dargestellt. Paulus (mit Schwert) ist auf dem nördlichsten Bild dargestellt, wenn also der nachberufene Matthias als vierzehnter abgebildet ist, müsste auch der Verräter Judas Iskariot auf den Bildern zu sehen sein!
Unter der Empore ist eine Winterkirche eingerichtet.
Während eine Gedenktafel an der Nordwand an die Gefallenen im Zweiten Weltkrieg erinnert, wurden die Veteranentafeln der Kriege 1813 und 1870 auf der Empore ins Abseits gedrängt. Den Gefallenen des Ersten Weltkriegs wurde ein Denkmal vor dem Kirchhof gesetzt.
Die Orgel mit neugotischem Prospekt ist ein Werk des hierzulande wenig bekannten Berliner Orgelbauers (Ferdinand) Wilhelm Remler (1824-1896), das Instrument wurde vermutlich um 1880 gebaut.
Im Turm hängt im zweijochigen Glockenstuhl eine Bronzeglocke mit Inschrift, 1835 von F. Schünemann in Demmin gegossen. Das Getriebe einer alten Turmuhr findet man ebenfalls in der Glockenstube. Die Kirche ist von einem Friedhof umgeben.