Dorfkirche Loickenzin (Stadt Altentreptow)

Eine einfache Fachwerkkirche mit südlicher Eingangshalle und einem geböscht verbretterten Westturm. 1575, als nach der Reformation das Patronat vom Kloster Verchen auf den Herzog Ernst Ludwig von Pommern-Wolgast übergeht, wird die Kirche Loikenzin als Filialkirche Klatzow zugeordnet. Ob es sich dabei um diese heutige Kirche handelt, ist nicht genau geklärt. Der Westturm wurde um 1700 angefügt. Die in ihm hängende Glocke ist aber deutlich älter (wohl 1573); gotische Minuskeln am Schlagrand und lateinische Inschrift am oberen Rand verweisen auf das 16. Jahrhundert, diese Inschriften sind aber kaum noch erkennbar, geschweige denn lesbar. Das zweite Joch im Glockenstuhl im Turm ist leer. Eine zweite Glocke musste zu Kriegszwecken abgeliefert werden. Genaueres hierzu ist nicht bekannt.
Der Innenraum ist flachgedeckt. Zur schlichten frühbarocken Ausstattung gehören eine Kanzel mit Predigerstuhl, der Altaraufsatz, ein Chorgestühl und das Gemeindegestühl mit Westempore. Sowohl Altar als auch Kanzel und selbst die Orgelempore sind mit Tafelbildern geschmückt. Das Altarbild im Mittelteil zeigt die Kreuzigung, in der Predella klassisch das Abendmahl und in der Bekrönung wird die Auferstehung gezeigt. Am Kanzelkorb sind die vier Evangelisten mit ihren Symbolfiguren abgebildet, am Aufgang die Apostel Petrus und Paulus. Die sechs Brüstungsfelder der Empore zeigen biblische Szenen (z.B. Vertreibung aus dem Paradies), aber auch Doppelbilder mit Aposteln (z.B. Petrus und Andreas). Die aus dem 17. Jahrhundert stammende einfache Bauernmalerei wurde im 19. Jahrhundert braun übermalt und erst Ende der 1960er Jahre durch den Rostocker Maler Lothar Mannewitz (1930-2004) wieder hervorgeholt.
Unter der Westempore wurde vor einigen Jahren eine Winterkirche eingerichtet. Auf der Empore steht eine Orgel mit neugotischem Prospekt. Sie wurde 1893 als 356. Werk in der Stettiner Werkstatt von Barnim Grüneberg gebaut. Die Orgel erklingt zu Gottesdiensten. Unverständlicherweise wurde die Sichtfront der Pfeifen mit Papier abgedeckt. Das führt nicht nur zu einem gedämpften Klang, sondern auch zu einem Mikroklima im Orgelinneren, das Schädlingsbefall und Korrosion vorantreibt. Andererseits wurden die Papierfenster farbenfroh mit biblischen Bildern versehen.
Die Kirche ist von einem Friedhof umgeben, der von einer Mauer eingegrenzt wird. Auf dem Friedhof steht ein Gedenkstein für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Söhne der Familie Hensel. In der Kirche hing bis zu farblichen Neugestaltung eine Gedenktafel mit allen Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Gemeindemitglieder. Der Verbleib dieser Tafel ist leider unbekannt. (Wer hier helfen kann, möge sich bei mir bitte melden.)
Hinter der Kirche stehen einige recht ansehnliche Häuser in der Größe von Guts- oder Herrenhäusern, da das Dorf aber kein Gut war, handelt es sich hier um die Anwesen ehemaliger Großbauern. Die meisten Anwesen wurden in der Bodenreform 1945/46 enteignet.
(weitere Quelle: Informationsblatt in der Kirche bzw. im Schaukasten, mündliche Angaben von Fam. Köppen)