Dorfkirche Kastorf (Gemeinde Knorrendorf)

Der Ziegelbau mit eingefasstem Westturm wurde 1788 errichtet, so verkündet es zumindest eine Jahreszahl an der Westseite des Turmaufsatzes, der mit einem spitzen Pyramidendach schließt. Lisenen gliedern den ansonsten schmucklosen Rechteckbau. Die gerade Ostwand ist fensterlos. Fenster, Portale, Schallluken und Putzblenden sind rund- bzw. segmentbogig geschlossen. Ein Buntglasfenster auf der Nordseite mit St. Georg-Darstellung fungiert als Kriegerdenkmal für die Gefallenen des I. Weltkrieges aus der Gemeinde Knorrendorf.
Betreten wird die Kirche über das Portal auf der Südseite, über dem Portal ist eine Sonnenuhr angebracht. Der Innenraum ist flachgedeckt.
Die zeitgenössische Innenausstattung wird von dem Kanzelaltar geprägt. Der Zugang zum Kanzelkorb erfolgt über das südlich angeschlossene Predigergestühl. Davor steht der hölzerne Taufständer. Auf der Nordseite stehen zwei Pastorenstühle. Die Gemeinde nimmt auf einem schlichten Bankgestühl Platz. An der Südwand steht ein einfaches Kastengestühl, es diente wohl als Patronatsloge. An der Südwand hängt eine Erinnerungstafel und darunter der Klöppel der großen Glocke, die 1917 zu Kriegszwecken abgeliefert werden musste. Diese Glocke war unter dem Patronat des Reichsgrafen Friedrich Detlof von Moltke und dessen Gemahlin Charlotte Eleonore geb. Baroness von Prittwitz-Kastorf umgegossen worden, zu dieser Zeit war Johann Sänger Pastor der Gemeinde. Zwischen die den Turm stützenden Pfeiler wurde die Westempore gebaut. Über diese erfolgt auch der Zugang zum Turm, in dem heute noch eine Glocke hängt, die von Hand geläutet wird. Vor der Empore steht auf der Nordseite eine Orgel mit holzfarbenem Prospekt. Das Instrument wurde 1889 in der Werkstatt Barnim Grüneberg, Stettin als Opus 303 gebaut. Die Orgel ist nicht bespielbar, ein Teil der Pfeifen und weiteres Zubehör lagert im Orgelmuseum Kloster Malchow.
Auf der Südseite der Kirche liegt der Friedhof, der von einem schmiedeeisernen Zaun umfasste Bereich des Kirchhofes im Norden und Osten wurde begrünt.
Auf dem Friedhof befindet sich die Grabstätte der herrschaftlichen Familie von Brockdorff, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Kastorf ansässig waren.
Zwei Grabkreuze für Hugo Tschöpe und Arnhold Matthies sowie einen unbekannten Soldaten, alle drei gefallen am 30. April 1945, befinden sich auch auf dem Friedhof.
Vor dem südlichen Kirchenportal steht zudem ein Kriegerdenkmal für die 1914-1918 gefallenen Kastorfer.