Dorfkirche Woggersin

Die kleine rechteckige Fachwerkkirche mit Fachwerkturmaufsatz stammt vermutlich aus dem 18. Jahrhundert. Der dreifach verriegelte Fachwerkbau wurde über einem aufgemauerten Fundament errichtet. Die Gebäudeecken zeigen die Figur 'Wilder Mann'. Auf der zweiten Verriegelung sitzen kleine rechteckige Fenster mit Fensterkreuz auf. Im Turm hängt eine Glocke. Der geschwungene Turmhelm ist schindelgedeckt.
Der Innenraum wird von einer flachen Holzbalkendecke überspannt.
Die Ausstattung ist eher bedeutungslos und sehr einfach gehalten. Mit seinen dunklen Farben, den beiden Bildern von Kreuzigung und Todesbezwinger und den ausgewählten Bibelzitaten versprüht der barocke Altaraufsatz eine äußerst düstere Stimmung. Diese Stimmung wird durch die aus dunklem Holz und in grober Handwerkskunst hergestellten Ausstattungsstücke noch verstärkt. Eine schmucklose Kanzel mit Schalldeckel und Aufgang wird über das angeschlossene Predigergestühl mit Beichtstuhl betreten. Gegenüber an der Südwand steht ein ebenfalls recht schmuckloses Chorgestühl, vermutlich für die eingepfarrten herrschaftlichen Familien der umliegenden Güter. Ein echtes Patronat ist nicht erkennbar, so sind keine Wappen oder Inschriften an der Ausstattung angebracht. Im Altarraum steht an der Nordseite neben dem Altar eine abgenommene Bronzeglocke. Diese nennt in einer Inschrift den Patron Rudolph Ludwig Grisebach, Grundbesitzer auf Kalübbe, Neuhof und Woggersin sowie den derzeit amtierenden Pastore (F.W.) Alban. Die Glocke wurde laut Inschrift 1470 (MCCCCLXX) gegossen und 1833 (MDCCCXXXIII) unter den genannten Herren umgegossen. Über der Inschrift ist das 'Auge Gottes' angebracht, Putti und andere Gießerzeichen schmücken die Glocke. Da Pastor Alban auch für die Pfarrkirche in Breesen zuständig war, besteht die Annahme, dass die Glocke ursprünglich für die dortige Kirche gedacht war. Ihr Vorhandensein in Woggersin ist nicht ganz geklärt.
An der Südseite im Altarraum steht eine runde Taufe aus Industriestein. Eine Taufschale aus Zinn ist mit einer Inschrift und der Taube als Symbol für den Heiligen Geist geschmückt.
An der Westwand steht eine Orgel aus dem 19. Jahrhundert, der Orgelbauer ist unbekannt. Leider ist die Orgel derzeit nicht bespielbar, Gelder für deren Instandsetzung sind auch nicht vorhanden.
Die Kirche in Woggersin hat seit Bestehen keine große Bedeutung, der Ort selbst ist auch immer sehr klein gewesen.
Auf dem umliegenden Friedhof befindet sich eine Grabstätte der herrschaftlichen Familie v.Ruediger auf Kalübbe, Maximilian v. Ruediger lebte von 1848 bis 1890.

(weitere Quelle: Staatshandbuch für Mecklenburg, 1843)