Dorfkirche Sadelkow (Gemeinde Datzetal)

Der spätmittelalterliche, ehemals turmlose Findlingsbau aus dem Ende des 15. Jahrhunderts erhielt in den Jahren 1866-1870 einen durchgreifenden Ausbau. Hier erfolgte der Einbau zusammenhängender Dreifenstergruppen in romanischer Pfeilerarchitektur in Süd-, Nord- und Ostwand, das Traufgesims und der Ostgiebel sowie die südliche Vorhalle wurden angefügt bzw. neu gestaltet. Vor allem aber der in italienischer Campanile-Art errichtete Westturm stammt aus dieser Zeit, das Portal und die Anbauten wurden aber erst 1917 angefügt.
Der Innenraum wird von einer ornamental bemalten Holzbalkendecke überspannt. Die reiche Ausstattung stammt aus der Zeit der Renaissance:
Der Altar mit Kruzifix im Mittelteil und Gemälde auf dem Gesims sowie zahlreichen Geschlechter-Wappen in den Seiten, wobei die Stifter-Stammbäume auf flügelähnlichen Ansätzen fortgesetzt waren, stammt von 1634, wie die Inschrift über dem Mittelteil verkündet. In der Predella ein Bibelspruch. Die Altarschranken sind aus ausgesägten Balusterbrettern gestaltet. Zu dieser Zeit stand die Kirche wohl unter dem Patronat der Familie von Gentzkow.
Eine hohe, überdachte aber offene Patronatsloge steht in der Südostecke im Altarraum. Gegenüber in der Nordostecke steht ein schlichter Pastorenstuhl und daneben die ebenfalls mit Stifterwappen (u.a. v. Oertzen) geschmückte Kanzel. Ein Lesepult, die Taufe und ein darüber von der Decke herabhängender Taufengel vervollständigen die Ausstattung des Altarraumes.
An der Nordwand hängt eine Gedenktafel mit den Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Gemeindemitglieder. An der Südwand wurde eine kleine Figur aufgestellt, deren Herkunft nicht bekannt ist. Ein wappengeschmücktes Fragment aus der Brüstung einer Patronatsempore benennt das Patronat der Sadelkower Kirche in der Zeit von 1760-1910 mit der Familie von Arenstorff. Es wurde an der Nordwand angebracht - vermutlich war hier auch der Standort der Empore.
Der folgende Kirchenpatron - E. von Lowtzow - schenkte am 29. November 1917 "der Sadelkower Kirche zu unveräusserlichem Eigentum" eine Orgel. Das Instrument wurde von Hof-Orgelbauer Friedrich Friese, genannt Friese(III), 1887 gebaut und vermutlich vom Kirchenpatron käuflich erworben.
Unter der Westempore wurde eine Winterkirche eingerichtet.
Im Turm hingen wohl ursprünglich zwei Glocken, 1690 und 1707, wobei heute nur noch eine Glocke mittels elektrischem Geläut erklingt.
Im Norden steht neben der Kirche ein Mausoleum aus Granitstein, vermutlich handelt es sich um das Erbbegräbnis der Familie von Arenstorff. Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich 13 Eintragungen von Töchtern der Familie von A(h)renstorff in der Zeit von 1723 bis 1910 aus den Besitzungen Krümmel/Lärz, Sadelkow und dem niedersächsischen Gut Oyle.
Der Kirchhof ist von einer Mauer umschlossen und als Friedhof gestaltet.
Auf dem Dachfirst der Kirche brütet alle Jahre wieder ein Storchenpaar, eine Informationstafel gibt Auskunft zum Sadelkower "Kirchenstorch"..
In der Mitte des Dorfes steht ein Findling mit einer Tafel, auf der das Wort Frieden in drei Sprachen steht. Hier handelt es sich wohl um das ehemelige Kriegerdenkmal.