Dorfkirche Zirzow

Der Ort mit Mühle wird 1230 erstmalig urkundlich erwähnt. Die Besitzung wurde von Fürst Nikolaus von Werle dem neugegründeten Prämonstratenser-Kloster Broda zugeschrieben. 1320 wird erstmals ein Pfarrer "Johann de Cyretzowe" erwähnt. Die langgestreckte Feldsteinhalle mit Chor und Westturm in nahezu Schiffsbreite wird wohl wenige Jahre danach errichtet worden sein. Der spätgotische Bau besaß an der Chorsüdseite auch eine Sakristei. Das hölzerne Turm-Obergeschoss mit barocker Haube wurde im frühen 18. Jahrhundert aufgesetzt. Das mittelalterliche Westportal hat ein profiliertes Stufengewände.
2008 erfolgten umfangreiche Bauarbeiten zur Sicherung der stark beschädigten Kirche, während der Restauration wurde die Innenausstattung ausgelagert. Die Wiedereinweihung erfolgte am 11.12.2011.
Das Kirchenschiff ist mit einer flachen Holzdecke überzogen, im Chor gibt es ein flaches Rippengewölbe. Der vorhandene Kanzelaltar wurde vermutlich aus einer bereits früher existierenden Kanzel neu zusammengesetzt. Grund für diese Annahme ist die klassizistisch angehauchte Altarrückwand im Gegensatz zu dem relativ farbenprächtig geschmückten Kanzelkorb und -schalldeckel im barocken Stil. Der Altar ist von einem durchbrochenen Altargitter umgeben, das wiederum dem an der Nordwand postierten Beichtstuhl bzw. Predigergestühl im Stil ähnelt. Altar und Gestühl konnten 2013 renoviert werden. In der Ostwand befindet sich eine mit einer Holztür verschlossene Sakramentsnische. An der südlichen Seite des Triumphbogens hängt ein gotisches Triumphkreuz, das wohl älteste Ausstattungsstück der Kirche. Gurt des Triumphbogens und die Gewölberippen im Chor erhielten 2008 eine an die ursprüngliche Bemalung angelehnte Farbgebung, die sehr gut mit der Innenausstattung harmoniert. Auch das in hellen Tönen gehaltene Gemeindegestühl und die Westempore korrespondieren gut mit der Farbgebung im Kirchenschiff; ein umlaufendes Zierband unterhalb der Fensterbänke bringt zudem wieder etwas Farbe ein. Die Orgel wurde 1930 von Felix Grüneberg (opus 766) gebaut und 2011 durch Herrn Arnold von der Fa. Nußbücker aus Plau restauriert. Der Taufstein ist eine Stiftung von August und Marie Lübke aus dem Jahr 1957. Die Taufschale enthält eine Inschrift aus dem 2. Korinther-Brief Kapitel 9 Vers 6. Eine Kabinett-Scheibe mit szenischer Darstellung und der Jahreszahl 1587 befindet sich im südlichen Schiffsfenster.
In der Glockenstube im Turm hängt eine Glocke von 1905 als Geschenk des Großherzogs Adolf Friedrich V. von Mecklenburg-Strelitz. Im Turmraum ist die Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aufgehängt.
Der gemeinnützige Verein zur Sanierung und Erhaltung der Zirzower Kirche gründet sich im November 2005.
Auf dem umliegenden Friedhof befinden sich einige interessante Familiengrabstätten, z.B. die des Mühlenbesitzers Hoffschildt zu Zirzow-Mühle, oder an der Südmauer die des Amtmanns Drevs zu Zirzow.
In der Dorfmitte steht ein unscheinbares Kriegerdenkmal für die Opfer beider Weltkriege.