Dorfkirche Chemnitz (Gemeinde Blankenhof)

Die kleine Feldsteinhalle mit dem geraden Chorabschluss wurde um 1305 errichtet.
Im Westen wurde ein blendengegliederter Giebel aus Backstein vorgesetzt.
Der hölzerne Turmaufsatz mit achteckiger, schindelgedeckter Spitze stammt aus dem 18./19. Jahrhundert.
Der Innenraum ist kassettenartig mit einer flachen Holzbalkendecke geschlossen.
Die geschlossen neugotische Innenausstattung wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geschaffen. Der Altaraufsatz wird durch Wimperge und Fialaufsätze gegliedert und zeigt reichen Kleeblatt- und anderen Maßwerkschmuck. In den fünf Feldern sind vor vergoldetem Hintergrund gemalte Figuren zu sehen. Die alttestamentlichen Moses und Jesajas auf der linken Seite und der Evangelist Matthäus sowie der Apostel Paulus auf der rechten Seite flankieren den Gekreuzigten als Salvator mundi crucifixus.
Chorgestühl sowie Kanzel mit Verschlag, Aufgang und Schalldeckel sind ebenfalls reich mit Fialen und Maßwerkschnitzereien geschmückt.
Ein industriell gefertigter, achteckiger Taufstein steht vor der Kanzel.
Gemeindegestühl und Brüstung der Westempore sind ebenfalls im neugotischen Stil gestaltet.
Die Orgel ist ein Werk des Güstrower Orgelbauers Carl Noebe (1800-1866) und wurde 1848 gebaut. Der Prospekt fällt gemeinsam mit den segmentbogig verbundenen und in die Kassettendecke integrierten Stützpfeilern der Empore stilistisch aus dem Rahmen.
An der Brüstung der Empore sind Allianzwappenbeschläge der Patronatsfamilie v. Klinggräff angebracht (zudem v. Lützow und v. Ferber).
Gegenüber der Kirche befindet sich die Ruine des ehemaligen Herrenhauses der herrschaftlichen Familie von Klinggräff. Auf dem Friedhof kennzeichnet eine Reihe von großen Grabplatten die Familiengrabstätte.
Die am südlichen Rand außerhalb des Friedhofes stehende Trauerhalle wurde im April 2013 renoviert, nachdem sie viele Jahre ein trostloses Dasein fristete.

Quellen:
Kirchen auf der Spur... Kirchenkreis Stargard / Landkreis Mecklenburg-Strelitz, Broschüre, Landkreis MST / Kirchenkreis Stargard, Löhlein & Löhlein, Steffen-Druck, 2009