Dorfkirche Klein Helle (Gemeinde Mölln)

Noch bevor das Dorf richtig anfängt, hört die eindrucksvolle Kastanien-Allee auf. Sie führte noch vor hundertfünfzig Jahren durch das ganze Dorf, vorbei an wenigen Häusern und der kleinen Fachwerkkirche, hin zum Gutshaus. Die Dorfkirche besteht aus einer schlichten, rechteckigen Fachwerkhalle. Sie ersetzte nach einem Brand einen im frühen 18. Jahrhundert vermutlich als Notkirche nach dem 30jährigen Krieg errichteten Vorgängerbau und wurde zwischen 1759 und 1789 unter dem Besitzstand der Familie von Stuckmann gebaut. Der vorgesetzte, freistehende, verbretterten Westturm mit der schindelgedeckten Achteck-Spitzhaube wurde bereits früher errichtet, wohl unter dem Besitzstand der Familie von Maltzahn zwischen 1725 und 1759. Im Turm befindet sich eine Glocke aus dem Jahr 1752. Doch es muss bereits im Mittelalter eine Kirche gegeben haben, denn die ist in Klein Helle urkundlich seit dem 14. Jahrhundert belegt.
Aus der vorreformatorischen Zeit stammt der auf dem Altartisch stehende Mittelschrein eines gotischen Schnitzaltares. Ihm wurde im 18. Jahrhundert ein Predellagemälde mit Abendmahlsdarstellung und mit den Aposteln Petrus und Paulus bemalte Seitenflügel angesetzt. Ebenfalls aus dieser Zeit stammen die Altarschranken, die ursprünglich mit floralen Motiven bemalt waren. Der Altaraufsatz wurde zwischen 2012 und 2013 im Zuge der gesamten Innenraumausmalung aufwendig restauriert, dabei wurden schadhafte Stellen an den Schnitzfiguren ausgebessert, es mussten aber auch zahlreiche Details wegen zu großer Beschädigung entfernt werden.
Zur Ausstattung gehört noch eine Kanzel mit Aufgang und Schalldeckel sowie dem angeschlossenen Beichtstuhl bzw. Predigerstuhl. An der Rückwand befindet sich ein Gemälde mit einer Darstellung Christi als 'Salvator mundi', an den Brüstungsfeldern des Kanzelkorbes befinden sich die Bildnisse der vier Evangelisten.
Die Gemeinde nimmt Platz auf einem schlichten Kastengestühl, im gleichen Stil auch die Westempore. An der Nordwand unter der Empore hängt die Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus dem gesamten Kirchspiel. Währenddessen das Kriegerdenkmal mit Gedächtniseichen an der Straße schräg gegenüber der Kirche nur die Gefallenen aus Klein Helle benennt.
Auf dem als Friedhof gestalteten Kirchhof befindet sich westlich der Kirche eine kleine Leichenhalle aus Granitstein, die mit architektonischen Details geschmückt ist und eher wie ein Erbbegräbnis aussieht. Neben der Halle befindet sich die Grabstätte des ehemaligen Rittergutsbesitzers Rudolf Bahlcke (03.11.1837-22.08.1883) und vermutlich die seines Sohnes Fritz (28.07.1877-23.07.1883). In der Zeit von 1789 bis 1898 wechselten die Besitzer des Gutes häufig. Erst mit dem Erwerb des Gutes 1898 durch den Berliner Fabrikanten (Gummiwerk) Carl Schwanitz kam der Aufschwung in das Dorf. Seinem Wirken entsprangen ein neues Gutshaus (1912), eine Erneuerung des Gutsparkes, die Errichtung von Tagelöhnerhäusern entlang der Dorfstraße (einhergehend mit der Abholzung der Kastanienallee) und die Bekanntheit Klein Helles als Zentrum der Pferdezucht (Traber) weit über die Grenzen Mecklenburgs hinaus. Auch die o.e. Leichenhalle soll von Carl Schwanitz stammen. Sein Erbbegräbnis ist es aber nicht, da sich die Schwanitz'sche Gruft östlich hinter der Kirche auf einem Hügel befindet. Die Gruft wurde mit dem Durchzug der Roten Armee 1945 geplündert und verwüstet.
Südlich vor der Kirche ist noch eine große Grabplatte abgelegt, deren Herkunft bzw. Standort nicht bekannt ist, auch ist die Inschrift zur Zeit nicht lesbar. Vermutlich hängt sie mit dem Gutsbesitz der Familien v. Maltzahn oder v. Stuckmann zusammen.
Noch bis vor wenigen Jahren galt die kleine Fachwerkkirche als hoffnungslos und war faktisch bereits aufgegeben. Doch mit viel Anstrengung und reichlich Geld konnte die Kirche erhalten werden und erstrahlt heute wieder in freundlichem Glanz.