Dorfkirche Letzin (Gemeinde Gnevkow)

Erste urkundliche Erwähnung findet das Dorf 1267 als Besitzung des Klosters Reinfeld in Holstein. Zu dieser Zeit wird es auch einen ersten Kirchbau gegeben haben. Die heutige Kirche wurde vermutlich in den Wirren der Reformation im 16. Jahrhundert errichtet und gehörte als Filiale zu Golchen.
Die schlichte Feldsteinhalle mit eingesprengten Backsteinen besitzt einen halbrunden, ursprünglich fensterlosen Chorabschluss. Eine Figurennische in der nordöstlichen Außenwand zeugt von einem vorreformatorischen Baubeginn. Die unregelmäßige Schichtung der Feldsteine, die ansatzweise Verwendung von Backsteinen und insbesondere die segmentbogig geschlossenen kleinen Fenster, ausschließlich in Bereichen des verjüngten Mauerwerkes, lassen eine Verwüstung im 30-jährigen Krieg mit anschließender Wiedererrichtung im ausgehenden 17. Jahrhundert vermuten. Stilelemente der Gotik sucht man vergeblich, dagegen verweisen die Gestaltung der Priesterpforte auf der Südseite und die des Daches mit dem Dachfenster auf Renaissance bzw. Frühbarock. Der horizontal angeordnete Putzfries umläuft den gesamten Bau, er wurde nur durch die später veränderten Fenster unterbrochen.
Der freistehende, senkrecht verbretterte und ca. 30 m hohe Westturm mit quadratischem Grundriss und barockem Spitzhelm wurde um 1800 errichtet. Die Spitze krönt eine Wetterstange mit Knauf, Hahn und Stern aus Kupfer. Der Turm hat einen leichten Überhang nach Westen, doch seine Standfestigkeit ist nicht gefährdet, da er in seiner Balkenkonstruktion stark verstrebt ist. In der Glockenstube wird eine Bronzeglocke aus dem Jahr 1620 geläutet. Als Besonderheit lässt sich auf der Glocke das neunfeldrige Wappen der Greifenherzöge von Pommern erkennen. Nach der Reformation waren der Besitz und das Patronat über die Kirche an das Herzogtum gefallen. Das pommersche Herzog-Geschlecht starb 1637 aus.
Im Innern der mit einer flachen Holzbalkendecke geschlossenen Kirche fällt die Verjüngung der Außenwände besonders auf. Im Chor ist das Deckentragwerk nach Osten hin mit verstrebten Längs- und zusätzlichen Stichbalken versehen. Die gefasten Balken stammen aus der Erbauungszeit.
Die Inneneinrichtung ist einheitlich klassizistisch gestaltet. Zentraler Punkt ist der große, aber schlichte Kanzelaltar (um 1883). Die Kanzelabgänge münden zu beiden Seiten in das Chorgestühl für Prediger, Pastoren und Herrschaften. Anschließen tun sich die Bänke für die Gemeinde bis hin zur verglasten Westempore. Unter der Empore wurde 1976 eine Winterkirche eingerichtet. Auf der Empore erstrahlt und erklingt die 1997 restaurierte Orgel von Barnim Grüneberg aus Stettin mit einem dreiteiligen neugotischen Prospekt aus dem Jahre 1886. An der Nordostwand hängt die obligatorische Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Ihr gegenüber hängt ein Bildnis von Martin Luther. Am westlichen Teil der Nordwand hängt zudem noch eine Gedenktafel für alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Die Wandarme und der Kronleuchter wurden um 1900 in naturalistischen Formen gefertigt. Die heutige Innenraumgestaltung geht auf ein großes Engagement der Einwohner Letzins in den Jahren 2008/09 zurück, einzig der Altar wurde durch professionelle Arbeit eines Malermeisters renoviert.
Der von einer Feldsteinmauer umgebene Kirchhof stellt den alten Friedhof dar, er wird nicht mehr belegt. Auf dem neuen Friedhof am nördlichen Ortsrand steht eine 1959 erbaute Trauerhalle, die ebenfalls allein von Letzinern 2010/11 renoviert wurde.

Quellen:
Die Dorfkirche in Letzin, Flyer, ev. Kirchengemeinde Hohenmocker,