Dorfkirche Kleinzerlang (Stadt Rheinsberg)

Kleinzerlang wurde 1752 durch König Friedrich II. als Kolonistendorf neu gegründet. Eine kleine Kirche in Lehmfachwerkbauweise wurde 1783 (1787) in freiwilliger Arbeit und auf eigene Kosten von der Gemeinde gebaut. Sie musste 1893/94 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Erhalten blieb eine Glocke aus dieser Kirche. Diese gusseiserne Glocke wurde am 20. April 1787 von Prediger Gräfe aus Zühlen geweiht. Sie trägt die Namen der sechs Bauern des Dorfes.
Am 27. September 1896 konnte die zweite Kirche eingeweiht werden. Sie wurde durch den Bauunternehmer Albert Behnfeldt nach Plänen von Kreisbauinspektor Volkers errichtet.
Der Ziegelbau besticht mit seinem seitlich angesetzten Turm, dem Walmdach und der kontrastreichen Farbgebung. Schmuckelemente, wie mehrere buntverglaste Rosettenfenster, verzieren diesen eindrucksvollen Bau der Moderne.
Einheimische Handwerksmeister sorgten für die geschmackvolle Ausstattung und die hölzerne Deckenkonstruktion. Der Altarraum erhielt eine sogenannte Vorhangmalerei, welche die zentrale Stellung des schlichten, gemauerten Altars hervorhob. In den Ecken des Altarraumes stehen eine hölzerne Kanzel mit Verschlag (Nordseite) und ein Beichtstuhl bzw. der Predigerverschlag. Lesepult und Taufe runden die Ausstattung ab. Die Gemeinde nimmt auf einem Bankgestühl Platz. Die Orgel auf der Westempore stammt aus dem Jahr 1900 und ist ein Werk des Meisters Albert Hollenbach. Eine Gedenktafel erinnert an den "glorreichen" Feldzug 1870/71 und nennt die Namen der Veteranen. Die Tafel wurde am 2. September 1895 zum 25. Jahrestag der Sedan-Schlacht gestiftet.
Die Kirche erhielt auch ein neues Geläut. Die alte Eisenglocke stand lange Zeit unbeachtet in der Kirche. Als ältester Gegenstand der Kleinzerlanger Kirchengeschichte erhielt sie in dem 2014 errichteten Glockenstuhl auf dem Alten Kirchhof ihren Ehrenplatz.
Anbei befindet sich der mit einer Ziegelmauer umschlossene Friedhof mit Trauerhalle im gleichen Baustil der Kirche. Auf dem Friedhof wachsen im Herbst immer zahlreiche Steinpilze.

(Quelle: Informationstafel am Glockenstuhl, Text S. Schwanz nach G. Merhout, Mai 2014)