Dorfkirche Siedenbollentin

Der Pommernherzog Bogislaw IV. schenkte 1289 dem Zisterzienserkloster Reinfeld bei Lübeck seine Güter in Siedenbollentin, das damals noch Bolenthin hieß. Um 1300 gab es eine erste Kirche. 1308 wird die Pfarre dem Archidiakonat Stolpe bei Anklam zugeschlagen. Die heutige Kirche, ein Rechteckbau aus Feldstein mit einem Ostgiebel aus Backstein, wurde im 15. Jahrhundert errichtet, 1874 von Oekonomierat Fritz Peters umgebaut und verputzt.
Nach mittlerweile gesicherten dendrochronologischen Daten ist auch der verbretterte Glockenturm im ausgehenden Mittelalter entstanden. Die Untersuchungen ergaben Schlagdaten für das Holz: Turm 1476 und Dachwerk 1397 (D. Witt, 04/2015). Die achteckige Pyramidenspitze erschien wohl aber erst 1706.
1928 wurde der Turm durch Blitzschlag beschädigt und die Bronzeglocke im Vorraum abgestellt. 1958 kamen zwei neue Eisenhartgussglocken in den Turm, die mittlerweile wieder abgenommen und an der Südseite des Turmes abgestellt sind. An ihrer Stelle hängen seit dem 27. März 2011 zwei neue Bronzeglocken aus der Glockengießerei A. Bachert in Karlsruhe.
Betreten wird die Kirche über ein Portal auf der Südseite. Der Innenraum ist mit einer flachen Holzbalkendecke überzogen. An einer Stelle ist noch die barocke Deckenbemalung sichtig. Ansonsten wurde der gesamte Innenraum und die Außenfassade nach 2009 aufwendig renoviert.
1748 wurden Kanzel und Gestühl durch Friedrich der Große (FR) gestiftet, diese dann 1874 zu einem Kanzelaltar zusammengesetzt.
Die Grüneberg-Orgel stammt aus dem Jahr 1874 und ist das 153. Werk des Meisters. Die Orgelempore ist mit Evangelisten-Bildern geschmückt.
Eine Gruft befindet sich in der Südostecke, sie wurde 1874 verschlossen.
Zur Ausstattung gehört noch eine achteckige, hölzerne Taufe mit einer Taufschale aus Messing, laut eingeschlagener Inschrift gestiftet 1625 von Michel Gultzovw. Eine Gedenktafel an der Nordwand erinnert an den früh verstorbenen Pastor Julius Ludwig Ernst Wordell (1838-1879). An der Südwand erinnert eine weitere Tafel an die gefallenen Siedenbollentiner in den Kriegen 1813/14 und 1866. 
Ein großer Friedhof mit Trauerhalle erstreckt sich einige Meter südlich von der Kirche. Hier befindet sich auch eine Kriegsgräberstätte für zehn unbekannte Soldaten.
An der Ortsausfahrt befindet sich ein Ehrenhain mit dem Kriegerdenkmal und den Namenssteinen der im Ersten Weltkrieg Gefallenen. Das Ehrenmal wurde von den Bürgern der Gemeinde aufwendig renoviert.
(weitere Quelle: Informationsblatt in der Kirche)