Dorfkirche Schwandt (Gemeinde Rosenow)

Das Dorf 'Zwante' wird 1273 bei der Gründung der Kirchen zu Kleeth und Tarnow durch die Ritter Friedrich und Gothan Dargatz erstmals urkundlich erwähnt. Die Dargatz sind noch über das 14. Jahrhundert hinaus ansässig gewesen, später geht der Besitz an die Familie Maltzan sowie zu Ende des 16. Jahrhunderts an Familie v. Voss über. Im 30jährigen Krieg wird der Ort und die Vorgängerkirche völlig verwüstet. Der verputzte Feldsteinbau mit dreiseitigem Chorabschluss wurde zwischen 1744 und 1747 im Auftrag von Adam Carl von Voss errichtet. Ein quadratischer Westturm mit barocker Haube und offener Laterne ist ins Schiff eingepasst, eine Sakristei befindet sich auf der Südseite.
Im Westen schließt sich ein großes klassizistisches Mausoleum für die Familie v. Schlieffen (eingeheiratet in Familie v.Voss und Besitzübernahme 1831) mit Westapsis und Lünettenfenstern aus dem 19. Jahrhundert an. Über dem Zugang ein allegorisches Fresko mit der Sterbeszene der Juliane v. Schlieffen (gest. 1832) gemalt von Carl Eggers 1835. An den Längsseiten Gedenktafeln für die weiteren verstorbenen Familienangehörigen. Die hölzernen Gedenktafeln für die Gefallenen der letzten Kriege sind ebenfalls aufgestellt. Das gesamte Mausoleum ist noch nicht saniert.
Die Kirche konnte angefangen im Jahr 2000 in drei Bauabschnitten aufwendig saniert werden, ausschlaggebend war hierfür eine erste Spende des Ehepaares Coelle aus Süddeutschland in Höhe von 200.000 DM.
Der Innenraum ist von einer flachen Bretterdecke überzogen. Der Kanzelaltar stammt aus der Bauzeit. An Nord- und Südseite stehen zwei herrschaftliche Emporen. Die Empore auf der Schwandter Seite (Südseite) diente der gräflichen Familie. Diese erreichte die Loge über einen gesonderten Aufgang im Anbau. Einen ähnlichen Anbau gab es auch auf der Nordseite, über diesen erreichten die Gutsbesitzer aus Groß Helle (von Engel) ihre Loge. Der Nordanbau wurde ebenso wie das Herrenhaus, das sich gegenüber der Kirche im Park befand, zu DDR-Zeiten abgerissen.
Im südöstlichen Chorfenster ist eine Glasmalerei eingesetzt. Das Bild zeigt eine Kreuzigungsdarstellung in der Allegorie Glaube, Liebe und Hoffnung. Es wurde in einer Werkstatt in Freiburg im Breisgau hergestellt. Im Bogen des Fensters steht die Datumsangabe '23. Sept. A.D. 1887-1912' und im unteren Teil sind die Wappen der Familie v. Schlieffen und v. Oertzen abgebildet.
Die Lütkemüller-Orgel von 1862 wurde 1999 ausgelagert ins Orgelmuseum Malchow. Auf der Westempore wurde ein stark beschädigtes Leinwandbild abgestellt.
Der Platz um die Kirche ist mit Rasen begrünt. Neben der Kirche steht das Kriegerdenkmal.
Am Ortseingang liegt der Friedhof mit moderner Trauerhalle und Soldatengrab.
(weitere Quellen: Informationsblatt und Tafel in der Kirche)