Dorfkirche Gnevsdorf (Gemeinde Buchberg)

Die neugotische Kirche wurde nach Entwürfen von Gotthilf Ludwig Möckel in den Jahren 1895-1897 errichtet und 1897 geweiht. Sie stellt eine typische mecklenburgische Dorfkirche des ausgehenden 19. Jahrhunderts dar. Beeindruckend ist der mit 55 Metern sehr hohe Westturm mit seinem achtseitigen Spitzhelm und den Schildgiebeln mit den Ziffernblätter der Turmuhr. Im Osten schließt der Bau polygonal. Sakristei- und seitenschiffähnliche Anbauten auf Nord- und Südseite vergrößern den räumlichen Eindruck. Zahlreiche neugotische Stilelemente schmücken den von getreppten Strebepfeilern gleichmäßig gegliederten Bau. Schlanke zweibahnige Fenster mit Scheitelokuli lassen ausreichend Licht in den Altarraum fallen, das durch die Glasmalereien von 1897 in bunte Vielfalt getaucht wird. Auf einem Mittelpfeiler ruhen die Gewölbe des Kirchenschiffs, das durch die auf zwei Ebenen angeordneten Fenster nur spärlich ausgeleuchtet wird. Chor- und Turmraum sind ebenfalls eingewölbt. Die Ausstattung ist bauzeitlich. Der geschnitzte Altaraufsatz mit Kruzifix stammt ebenso wie die Kanzel vom Ende des 19. Jahrhundert. Die achteckige Taufe aus Industriestein (bzw. Zement) ist auf das Jahr 1838 datiert. Auch die Runge-Orgel stammt von 1897 und wurde 1986 von Nußbücker aus Plau am See umgebaut. Sie steht auf einer im Schiff umlaufenden Empore, die ebenso wie die Kanzel auf gemauerten Stützen aufliegt.
Ältestes Ausstattungsstück ist ein Schnitzaltar mit Reliefs aus den Anfängen der Renaissance. Im Mittelteil ist eine personenreiche Kreuzigungsszene dargestellt. Die Reliefs in den Seitenflügeln zeigen Heilige mit ihren Attributen und auch eine Darstellung der 'Anna Selbdritt'. Der Altaraufsatz ist in der Sakristei aufgestellt.
Der umliegende Friedhof wird von einer Feldsteintrockenmauer umschlossen.
Vor dem westlichen Friedhofstor steht das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Parchim, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001