Dorfkirche Priepert

Die heutige Kirche, ein rechteckiger Fachwerkbau mit Chorschluss aus dem Achteck, wurde 1719 anstelle eines Vorgängerbaus neu errichtet. Dieser Vorgängerbau wurde 1351 erstmals urkundlich erwähnt.
Zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde die Kirche stark beschädigt, so dass der Turm 1968 wegen Baufälligkeit abgetragen werden musste.
Im freistehenden Glockenstuhl hängt seitdem die von Dewitz 1546 gestiftete Glocke.
Im  Fachwerk des Chores ist die fränkische "Wilde-Mann-Rune" (ein gespiegeltes K) dreimal verwendet.
Die Ausstattung ist bauzeitlich barock. Der von Schranken umgebene Altaraufsatz ist reich mit Rankenwerk und Gemälden geschmückt. Im zentralen Teil ein Bild vom Abendmahl, die Medaillons an den Seiten zeigen Kreuzigung und Auferstehung und in der Bekrönung die Himmelfahrt. Der unter der Decke schwebende Engel mit der Taufschale wird zur Taufe herabgelassen. Die Kanzel aus mamoriertem Holz ist weniger reich geschmückt. Auf dem Schalldeckel thront das 'Auge Gottes' in einer Strahlengloriole. An den Kanzelaufgang schließt sich ein geschlossener Beichtstuhl bzw. der Predigerstuhl an. Die andere Seite im Altarraum belegt eine offene Loge, vermutlich die Patronatsloge. Die Gemeinde nimmt in einem dreigeteilten Kastengestühl Platz. Einen großen Raum nimmt die Westempore mit zentralem und zu beiden Seiten verzweigtem Aufgang ein. Eine Orgel besitzt die Kirche aber nicht (mehr), nur ein Harmonium steht auf der Empore. Unter der Südflanke wurde ein abgetrennter Gemeinderaum eingerichtet (Winterkirche). An der Brüstung hängt ein (herzogliches?) Allianzwappen. Am Aufgang zur Empore befinden sich zwei Gedenktafeln: Namensverzeichnis der Veteranen der Befreiungskriege 1813/14 und der Gefallenen bzw. Vermissten des II. Weltkriegs aus Priepert. Bemerkenswert ist die von drei Putten gehaltene Rankenkordel, welche die Westempore rahmt.
Der Zugang zum Kirchhof erfolgt durch ein Backsteinpfeilertor.
Vor dem Kirchhof steht das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
Am Ortseingang befindet sich der Friedhof mit einer kleinen Trauerhalle, hier findet man auch eine Soldatengrabstätte des Zeiten Weltkriegs.

Quellen:
Kirchen auf der Spur... Kirchenkreis Stargard / Landkreis Mecklenburg-Strelitz, Broschüre, Landkreis MST / Kirchenkreis Stargard, Löhlein & Löhlein, Steffen-Druck, 2009