Dorfkirche Strasen (Stadt Wesenberg)

Der rechteckige Fachwerkbau wurde 1782-1784 von Forstingenieur Draeseke gebaut.
Er ist 12 m x 19,20 m im Rechteck, 5,60 m hoch und stilistisch mit Priepert verwandt, die starken Ständer aber weiter gestellt, viermal verriegelt (Querbalkenzahl), die Figur des "Halben Mannes" tritt bei den Streben der Eckfelder auf, die schlanken, dreiflügeligen Fenster mit flachbogig ausgeschnittenem Sturz sitzen zwischen dem ersten und vierten Riegelzug, die breite, zweiflügelige Türöffnung an der Südseite ist zugesetzt, ursprünglich ragte ein Fachwerkturmaufsatz mit quadratischer Glockenstube aus dem Satteldach heraus, dieser wurde 1969 abgetragen und der Westgiebel mit Ziegel erneuert.
1864 suchte ein großer Brand das Dorf heim, dem die Kirche weitgehend zum Opfer fiel.
1874 wurde die neue Kirche, wieder ein Fachwerkbau mit Turmaufsatz, eingeweiht.
Im Innern eine geputzte Balkendecke.
Barocker Kanzelaltar: Rückwand in der Art von Pilastern ausgebildet, aber statt Basis und Kapitellen mit starkem An- u. Ablauf, auch im Gesims ist die Gliederung durch eine große Hohlkehle ersetzt, über der Öffnung zur Kanzel steigt das Gesims in steilem Bogen auf, im Giebelfeld das Auge als Dreieck, der ausgebauchte Kanzelrumpf ist in seiner Rundung zweimal von herausgezogenen, verkröpften Vorlagen unterbrochen, das Altargehege hat der ganzen weichen, gerundeten fließenden Komposition entsprechend abgeschrägte Ecken.
Die Orgel wurde 1876 gebaut. Über den Orgelbauer gibt es nur widersprüchliche Angaben.
Früher hatte die Kirche zwei Glocken. 1821 wurde die große Glocke (81 cm Durchmesser) von Hakenschmidt in Berlin umgegossen, die kleine (69 cm Durchmesser) ist eine Bronzeglocke mit Minuskeln aus dem Jahre 1586. Die große Glocke wurde 1918 zu Kriegszwecken ausgebaut und abgeliefert, konnte 1920 aber zurückgekauft werden, da sie noch nicht eingeschmolzen war.
Der Kirchhof ist von einer Feldsteinmauer mit Backsteinportal umgeben. Vor dem Kirchhof steht das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
Am Ortseingang befindet sich der Friedhof mit Trauerhalle, auf dem Gräberfeld findet sich auch die Grabstätte von Propst Suhr und ein Grab eines unbekannten Soldaten.
(Quelle: Informationstafeln in der Kirche)