Dorfkirche Warnemünde (Hansestadt Rostock)

Mit der rasanten Entwicklung zum Seebad wurde 1866 am damals westlichen Ortsrand mit dem Neubau der wohl vierten Kirche des Ortes begonnen, deren Fertigstellung auf das Jahr 1874 datiert ist.
Danach erfolgte der Abriss der alten Kirche.
Die neue Kirche ist ein neugotischer Ziegelbau in Kreuzform mit polygonalem Chor mit Gewölbe und einem Westturm mit achtseitigem Helm und Uhr.
Süd- und Nordseite sind mit Staffelgiebeln, Lisenen und Stützpfeilern versehen.
Im Schiff ist ein Holzgewölbe im engl. Gußeisenstil eingebaut.
Der Altar, Kanzel, Christophorusfigur, Teile des Gestühls und wesentliche Teile des Lesepultes stammen aus der alten Kirche.
Der gotische Schnitzaltar eines unbekanten Danziger Meisters wurde vor 1475 gebaut.
Im Mittelteil stehen die Figuren, getrennt nach Geschlechtern in zwei Gruppen, eigenwillig durcheinander; neben Christus sind Hl. Georg, Hl. Mauritius, Gregor als Papst, Johannes der Täufer, die Bischöfe Hl. Nikolaus u. vielleicht Hl. Erasmus, bei den Frauen Maria Gottesmutter, Maria Magdalena und fünf Märtyrerinnen (z.B. Hl. Katharina, Hl. Dorothea, Hl. Agnes) zu erkennen, in den Seitenflügeln links fünf Apostel, zwei Heilige, ein Diakon und rechts die anderen sieben Apostel und der Hl. Stephanus.
In der Predella befindet sich eine gemalte Darstellung von Christus u. vier Heilige.
Die Kanzel stammt von Hans Wegener, 1591 (1970 restauriert).
Die Christophorus-Statue ist 3,72 m groß und stammt aus dem Ende des 15. Jahrhunderts.
Zwei Votivschiffe (1887 "Marie", 1825 "Schnau") vervollständigen die Ausstattung.
Eine moderne Orgel von der Firma Voigt wurde 1975 gebaut.
Das neugotisches Altarbild fand auf der Südseite der Schiffsostwand seinen würdigen Platz.
Zur Turmuhr gehört ein 300 Jahre altes Uhrwerk.
Das Lesepult von 1667 zeigt eine Darstellung des Hl. Nikolaus.
An der Westwand wurden die alten Gestühlswangen aufgehängt.
Der alte Friedhof ist mittlerweile zum Park umgestaltet. Auf dem Areal hinter dem Hotel Neptun stehen noch zahlreiche alte Grabstätten, u.a. auch die von Lotsenkapitän Stephan Jantzen. Eine Gedenkstätte für Opfer des Ersten Weltkrieg wurde neu gestaltet. Ein großer Teil der stehengebliebenen Grabsteine erinnert auch an Gefallene beider Weltkriege, z.B. die Familiengrabstätte der Hotelbesitzer Hübner.
Am Ortsausgang Richtung Diedrichshagen befindet sich der Neue Friedhof mit Trauerhalle.

Quellen:
Die evangelische Kirche in Warnemünde, Flyer, Ev.-Luth. Kirchgemeinde Warnemünde,