Dorfkirche Warbende (Gemeinde Möllenbeck)

Frühgotischer Feldsteinquaderbau über geschrägtem Sockel aus dem 14. Jahrhundert. Ein rechteckiger Saalbau mit geradem Chorschluss, verbretterter Turmaufsatz mit schiefergedeckter barocker Haube und Uhr. Die ursprünglichen Spitzbogenfenster wurden restauriert und ausgeputzt.
Ostwand mit gleichgroßer Dreifenstergruppe und im Giebel eine schlichte Spiegelblende. Die Giebelecken erhielten später kleine aufgemauerte Fialen aus Ziegel. Das Portal der Laienpforte mit Granitgewände an der Südseite wurde zugesetzt, der Priesterpforte wurde eine kleine Vorhalle aus Granitstein vorgesetzt. Sie ist heute der Haupteingang zur Kirche.
Im Innern eine Holzbalkendecke.
Ins Auge fällt die prächtige Renaissance-Ausstattung. Der Altaraufsatz ist laut Inschrift auf das Jahr 1589 datiert und wurde im 19. Jahrhundert restauriert. Dabei wurde wohl das Abendmahlsbild in der Predella ersetzt. Die farbenprächtigen Reliefs zeigen im Mittelteil die Kreuzigungsgruppe, flankiert von Szenen aus dem Leben Jesu. Im oberen Teil stehen unter Rahmen mit Edelsteinapplikationen acht Apostel (wobei die Stelle 12 hier bereits von Matthias, dem Nachberufenen, eingenommen wird), weitere vier stehen als bemalte Pappschilder oben auf dem Gesims. In der Bekrönung steht Christus als Triumphator mit Siegesfahne. Ebenfalls auf Pappe gemalt wurden die vier Evangelisten an den jeweiligen Seiten der beiden oberen Gesimse. Spruchbänder trennen die Ebenen von einander ab. Etwas eigenwillig wirken die je drei nackten Jungen an den seitlichen Ausschmückungen. Auch die Kanzel mit Evangelistendarstellung in den Korbwangen ist ein Werk der Renaissance. Der barocke Schalldeckel wurde 1759 ergänzt. Er zeigt die Wappenschilder der Stifterfamilien v. Warburg, v. Tornow (?,zweimal) und v. Walsleben. Das Portal vom Kanzelaufgang zeigt das Bildnis des damals amtierenden Pastors. Der Verschlag/Beichtstuhl ist mit Bibelsprüchen geschmückt, die barocke Bekrönung trägt die Inschrift "SOLI DEO GLORIA 1735".
Der Taufständer hält die 2012 beim Pflügen wiedergefundene Taufschale von Quadenschönfeld. Sie war 1889 vom Grafen Bernstorff der Kirche geschenkt und kurz vor der politischen Wende entwendet worden. 
In den Chorfenstern befinden sich je zwei kleine Kabinettscheiben, z.T. als Wappenscheiben und datiert auf 1723.
Die Orgel von Wilhelm Sauer aus dem Jahr 1907 ist nicht mehr vorhanden. Statt ihrer steht im südlichen Chorgestühl ein elektrisches Harmonium.
Unter der Westempore wurde eine Winterkirche eingerichtet.
An Nord- und Südwand hängt jeweils eine Gedenktafel für die Gefallenen der Kriege 1870/71 und 1914-1918. Am Ausgang steht ein alter Kirchenkasten.
Auf dem Friedhof befinden sich eine Grabstätte von Otto Runge, das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs (mit demontiertem Adler) sowie drei Kriegsgräber von gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkriegs.

Quellen:
Kirchen auf der Spur... Kirchenkreis Stargard / Landkreis Mecklenburg-Strelitz, Broschüre, Landkreis MST / Kirchenkreis Stargard, Löhlein & Löhlein, Steffen-Druck, 2009
Sensationsfund: Bauer pflügt Diebesgut frei, Zeitungsartikel, Franziska Gerhardt, Nordkurier, 09.04.2013