Dorfkirche Gorlosen

Das Pfarrdorf Gorlosen wird erstmalig 1317 urkundlich erwähnt. Nachdem die erste Kirche baufällig geworden war, lässt Ritter Martin von Waldenfels 1550 eine neue Kirche errichten. Diese wird im 30jährigen Krieg niedergebrannt und erst 1670 neu aufgebaut.
Ein rechteckiger Feldsteinbau mit polygonalem Chorschluss und einem Westturm mit verbrettertem, quadratisch eingezogenen Aufsatz mit schindelgedecktem achtseitigem Spitzhelm und Uhr. Die Bronzeglocke stammt aus dem Jahr 1671.
Am Chor ein umlaufender Zierfries und Strebepfeiler aus Backstein, die Fenster segmentbogig verändert, das Ostfenster zugesetzt mit Putz, Westwand und Nordwand mit kleiner Tür.
An der Westwand befindet sich ein aufgestellter Grabstein aus dem 17. Jahrhundert mit Schutzdach. Das Portal an der Südseite wurde mit Ziegel zugesetzt.
Ziegeldach mit Schornstein.
Der Innenraum der kleinen Kirche ist mit einem besonderen Kleinod ausgestattet: eine reich verzierte, im Barockstil bemalte Holzdecke. In der Mitte der einzelnen Gefache sind von floralen Ornamenten umrankte Medaillons abgebildet, das erste zeigt Jesus Christus, die anderen die Apostel. Die Bemalung stammt von 1679. Zwei Drittel der Decke konnten bisher mit Hilfe von Spenden restauriert werden.
Sehenswert sind auch der für diese Region eher untypische Kanzelaltar und ein kunstvoll gearbeiteter, schmiedeeiserner Taufständer aus dem Jahr 1801.
1873 erhielt die Kirche nicht nur ein neues Gestühl, sondern auch eine Orgel von Johann Heinrich Runge aus Hagenow. Das einmanualige Instrument wurde 1998 generalüberholt.
Der Kirchhof ist von einer niedrigen Mauer umgeben und wurde begrünt.
Der Friedhof befindet sich am Ortseingang am Waldrand (Lenzener Str. 8).
Das Kriegerdenkmal für die Gefallenen der Weltkriege steht an der Straßengabelung unter einer Eiche.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Parchim, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001