Dorfkirche Eldena
St. Johannes

Bischof Gottschalk von Ratzeburg gründete zwischen 1229 und 1235 ein Zisterzienser-Nonnenkloster und stattete es mit großer Machtfülle aus. Im Zuge der Reformation wird das Kloster 1558 aufgelöst. Beim großen Brand am 9. August 1835 wird die gesamte Klosteranlage mitsamt Kirche, Pfarrhaus und Küsterei zerstört, nur die Ringmauern der Klosterkirche bleiben erhalten. Die neue Kirche wird auf diesen Ringmauern errichtet und am 4. Advent 1839 geweiht.
Der neugotische Ziegelbau besitzt ein dreijochiges Schiff mit einem Chorschluss aus dem Zehneck.
Am quadratischen Westturm befinden sich runde Anbauten. Der Turmschaft wird 1840 errichtet, 1850 erhält er seine Spitze und 1857 eine neue Glocke, gegossen von P. Hausbrandt in Wismar. Das Untergeschoss besteht aus Granitsteinen, das Obergeschoss mit großen spitzbogigen Schallluken mit Stufengewände ist aus Ziegel, ebenso der Aufsatz mit vierseitiger Turmuhr, Eckfialen, offenem Rundlauf mit Geländer und achtseitigem Spitzhelm.
Ein umlaufender Rundbogenfries in der Traufe, Strebepfeiler am Chor, teilweise getreppt, und an der Westseite sowie die großen geleibten drei- und zweiteiligen Fenster mit mehrfach gestuftem Gewände, aber auch an der Nordwand ein Portal mit angesetztem Giebel und das Westportal mit Stufengewände gehören zu den schönen Details dieser Kirche.
Bei der Renovierung von 1974-1980 bekommt das Innere der Kirche eine ganz neue Gestalt. Die obere der beiden Emporen wird entfernt, ebenso das Gestühl und der Kanzelaltar.
1991 erhielt die Kirche einen neuen Altar. Die Aufbauten und das Altarbild stammen aus der Stadtkirche Sternberg, wo sie nach dem Abbau viele Jahrzehnte in einem Seitenanbau lagerten. Aus den Teilen gestaltete der Restaurator Klaus Winkler aus Berlin für die Kirche in Eldena den neuen Altar.
Die Orgel wurde von Johann Michael Menger, Paulinzella, 1841 gebaut (event. unter Mitarbeit von Johann Friedrich Schulze). Zur Ausstattung gehören noch ein Lesepult und eine vieleckige Taufe mit Messing-Taufschale.
Die Kirche ist von einem Friedhof umgeben, an der Westmauer befindet sich ein Soldatengrab. Ein neuer Friedhof befindet sich im Friedhofsweg, dort steht eine große Trauerhalle.
Das Kriegerdenkmal für die Gefallenen der Weltkriege steht in der Ortsmitte.
(weitere Quelle: Informationsblatt in der Kirche)

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Parchim, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001