Friedhof Neetzow
und Ruine einer Kapelle

Am Dorfrand zum alten Park steht ein verfallenes Gotteshaus. Das Fachwerkhaus, ursprünglich wohl Stall bzw. Bauernhaus (keine Ostausrichtung!), besitzt Giebel, die mit gelben Ziegeln gestaltet wurden und eine fünfteilige spitzbogige Staffelblende zeigt, auf der Giebelspitze wurde ein kleines Kreuz aufgesetzt. Die querrechteckige Vorhalle, ebenfalls mit gelben Ziegeln gestaltet, zeigt eine fünfteilige Spitzbogenreihe. Der Innenraum ist verlassen, Sockel und Altartisch sind noch erkennbar. Die ursprüngliche Konfession der Kirche ist nicht bekannt. Es handelt sich aber wohl um die ehemalige evangelische Gutskapelle.
Ansässig in Neetzow seit 1803 war die Familie von Kruse. Auf dem einige Meter entfernt liegenden, kleinen Friedhof am westlichen Dorfrand (Zum Alten Park 21) steht ein Gedenkstein für die 1945 vertriebene und enteignete Gutsbesitzerfamilie. Die Familiengrabstätte auf dem Friedhof wurde damals zerstört. In der Ortsmitte steht das ehemalige Herrenhaus. Der Klinkerbau im romantisch-historistischen Stil wurde zwischen 1855 und 1860 von Friedrich Hitzig, Berlin, errichtet. Kurz darauf auch ein Landschaftspark nach Plänen P.J. Lennés.
Neben dem Friedhof steht eine Trauerhalle, dahinter ein eiserner Glockenstuhl mit einer Stahlgussglocke der Bochumer Vereinsgießerei (B.V.G.).

Quellen:
Vom Greifswalder Bodden bis zur Peene - Offene Kirchen II, Broschüre, Arbeitsgemeinschaft für Pommersche Kirchengeschichte e.V., Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006