Dorfkirche Kagendorf (Gemeinde Neu Kosenow)
St. Petri

Die Dorfkirche in Kagendorf  wurde in mehreren Bauphasen, im Kern wohl um 1300, aus Feldstein errichtet und in Mischmauerwerk mit Backstein vollendet, am jüngsten ist der Westteil. Wie viele wurde auch diese Kirche, samt Dorf, im Dreißigjährigen Krieg fast völlig zerstört, ein Brand 1657 vervollständigte das Werk der Verwüstung. Erst 1668 gelang der Wiederaufbau des langgestreckten Saalbaus. Für den durch Sturm beschädigten Glockenstuhl wurde 1750/51 ein Fachwerkturmaufsatz mit einer verbretterten Laterne und Spitzhelm errichtet. Gleichzeitig wird das Westportal eingebaut und der östliche Giebel in Fachwerk erneuert. 1869 müssen die Glocken demontiert werden wegen der Baufälligkeit der Glockenstube. Bei der umfassenden Renovierung, die 1879/80 abgeschlossen wurde, sind das Turmobergeschoss und die Fenster erneuert worden. Die Ostwand hat ein größeres Fenster mit Dreieckschluss, an den Langhausseiten rechteckige und segmentbogige Fenster, mit Resten der barocken Faschen. Auf der Nordseite wurde ein Rundbogenportal vermauert, ebenso gibt es dieses auf der Südseite. Die Priesterpforte auf der Südseite ist ein dreifach gestuftes Spitzbogenportal. Das barocke rundbogige Westportal steckt in einer Rechteckvorlage mit Kämpfergesims und hat neugotische Türblätter. Der Innenraum ist flachgedeckt, wurde 1698 renoviert, 1786 ausgemalt, 1837 geweißt und 1879 erneut renoviert, wovon Reste der Ausmalung erhalten geblieben sind (Rechteckfelder mit ornamental gestalteten Ecken. Der barocke Altaraufsatz stammt erst aus dem Jahr 1786, die Altarschranken mit gesägten Balusterbrettern jedoch noch aus der Zeit des Wiederaufbaus (1668). Zwischen korinthischen Säulen in der Predella ein Abendmahlsgemälde und im Hauptteil ein Kreuzigungsgemälde, alles umrankt von Akanthusschnitzerei. Der Altar wurde 1999 aufwendig restauriert. Auch die Kanzel stammt, als zweites erhalten gebliebenes Ausstattungsstück, aus der Zeit des Wiederaufbaus (1669). Am Aufgang befinden sich Bildnisse der Evangelisten. Der Korb mit geschnitzten Maskenköpfen und Pilastern an den Ecken zeigt in den Brüstungsfeldern mit Ädikularahmungen und vegetabilen Schnitzereien figürliche Reliefs von Mose und Johannes d. Täufer, sowie Stifterwappen (Barbara Maria v.Putkammern, Claus Ernst v.Koppren). Das Patronatsgestühl mit gemalten Wappen, wie auch das Pastorengestühl stammen aus dem 18. Jahrhundert, dagegen das Bankgestühl mit bemalten Maßwerkformen von 1879. Die Orgel wurde von August Holland, Schmiedefeld/Thüringen, gebaut und konnte am 10.12.1883 eingeweiht werden. Der Prospekt ist fünfteilig und in aufwendigen neoromanischen Formen gestaltet. Die Orgel wurde 1998-2000 restauriert. Zur Ausstattung zählt noch ein Epitaph mit gemalter Kreuzigung aus dem 17.Jh. 1953 wurde der Turmhelm erneuert und erhielt sein heutiges Aussehen, in der Glockenstube hängt eine undatierte Glocke. Auf dem Friedhof steht eine Grabstele für Pastor Wickmann (1756-1821). Der gesamte Kirchbau wurde nach 2010 gelb getüncht.
(Quelle u.a.: Informationstafel)

Quellen:
Vom Greifswalder Bodden bis zur Peene - Offene Kirchen II, Broschüre, Arbeitsgemeinschaft für Pommersche Kirchengeschichte e.V., Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006