Dorfkirche Schmuggerow (Gemeinde Ducherow)

Der rechteckige Saalbau in neoromanischen Formen wurde aus gelbem Ziegel gebaut und ist über dem Sockel verputzt, er wurde 1889 eingeweiht. Der querrechteckige Westturm mit quadratisch eingezogener Glockenstube und achtseitigem Spitzhelm erhielt 1992 eine Kupfereindeckung. An der Südseite befindet sich eine Portalvorhalle mit Giebel. Das Fenster in der Ostwand ist hochliegend, zur Hälfte im Giebel, dieser über doppeltem Zahnfries mit schmalen Putzblenden (entsprechend die westlichen Halbgiebel) und großem ausgesparten Kreuz in der Spitze, an den Längsseiten unter der Traufe ein umlaufender Zierfries aus gestuften Konsolklötzchen. Das Nordportal wurde verändert.
Der Turm ist mit einem Westportal versehen, dazu schmale Rundbogenfenster und doppelte Zahnschnitte, die Glockenstube mit gepaarten Schallöffnungen sitzt in einem vertieften Putzfeld.
Die Holzdecke im Innenraum liegt auf verzierten polygonalen Stützen und ist in der Mitte angehoben. Ein hoher rundbogiger Triumphbogen trennt den Chor vom Schiff. Der Altarraum ist von den seitlichen Nebenräumen durch Rundbogenarkaturen getrennt, diese wurden an der Nordseite zugesetzt und im Süden im oberen Teil verglast. Die sich hier anschließende ehemalige Patronatsloge mit reich gerahmtem Portal wird jetzt als Winterkirche genutzt. Über der Westempore befindet sich eine breite Korbbogenöffnung zum Turm.
Die schablonierte Ausmalung des Innenraumes stammt aus der Erbauerzeit.
Zur Ausstattung gehören eine ursprünglich von der Sakristei zugängliche Kanzel von 1892, am Korb mit geschnitzten Vierpässen und Maßwerk verziert; ein barocker Altaraufsatz (an der Südwand), 1710 im Auftrag von Hans Jürgen von Köppern und Gemahlin, geb. v. Lewetzow, angefertigt, laut Inschrift 1725 bemalt, im Mittelteil ein Abendmahlsbild, an den Seiten zwei geschnitzte Evangelisten(Apostel)figuren (mit Buch), oben Stiftungsinschrift, unten Wappen v. Köppern (l.) und v. Lewetzow (r.); drei Patronatsstühle mit Wappen (17.Jh.).
Im Ostfenster befindet sich eine bauzeitliche Glasmalerei - Ganzfigur des einladenden Christus (1992 durch Reinhard Kuhl, Potthagen, wiederhergestellt und ergänzt), die Bleiverglasung der anderen Fenster stammt von 1993.
An den Seitenwänden hängen Gedächtnistafeln mit einzelnen Namen der Weltkriegstoten.
Im Turm hängt eine mittelalterliche Glocke (15. Jh.) mit Minuskelinschrift, wohl in Demmin gegossen.
Auf dem Friedhof finden sich Grabstätten der Familien v. Karnitz und v. Schwerin.
Der Friedhof wird von einer Feldsteintrockenmauer umgeben, die 1994 wiederhergestellt wurde. In der Nähe steht das ehemalige Herrenhaus aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Quellen:
Vom Grossen Landgraben bis zur Oder - Offene Kirchen III, Broschüre, Arbeitsgemeinschaft für Pommersche Kirchengeschichte e.V., Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006