Dorfkirche Drewelow

Die schöne kleine Kirche, ein spätmittelalterlicher Rechteckbau aus Feldsteinen mitten auf dem Dorfanger, wurde wohl am Beginn des 18. Jahrhunderts stark beschädigt und danach mit einem Dachreiter aus Fachwerk mit geschwungener Haube wiederhergestellt. Später kam dann noch ein westlicher Anbau mit südlicher Eingangstür hinzu. Auch die segmentbogigen Fenster und das Portal auf der Südseite stammen wohl aus der barocken Wiederherstellung. Die Ostwand ist schmucklos, die Fenster sind hier mit Putzfaschen umrahmt.
Der mit einer Holzbalkendecke flachgedeckte Innenraum wird von dem Kanzelaltar aus dem 18. Jahrhundert beherrscht. Der Schöpfer des Kanzelaltars ist vom Schema des architektonischen Aufbaus abgegangen und umgab Kanzelkorb und Zugang mit einem geschnitzten Vorhang, den Engelputten auseinanderraffen und vor dem die Allegorien von Glaube und Hoffnung stehen. Als Dekor sind Lambrequins, Eierstab, Blattgehänge und Akanthus verwendet, der in den Türen der seitlich gelegenen Verschläge wiederkehrt. Den Schalldeckel bekrönt ein Posaunenengel.
Nicht im Bild zu sehen sind die beiden Zinnleuchter aus dem 18. Jahrhundert und das bronzene Altarkreuz mit neoromanischen Bogenarkaden am Fuß aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
In den Fenstern wurden die rautenförmigen Bleiverglasungen mit Buntglasrahmen geschmückt.
Holzbänke und Taufständer mit Schale sind modern, die Westempore ohne Orgel stammt aber wohl bereits aus dem 19. Jahrhundert.
In der Glockenstube hängt eine Bronzeglocke mit Majuskeln-Schrift und schönem Ritzzeichen, gegossen 1729 von Michael Begun, Friedland, und gestiftet von Joachim Goercke (?).
Vor dem Kirchhof steht das Kriegerdenkmal für den Ersten Weltkrieg.

Quellen:
Dorfkirchen Landeskirche Greifswald, Buch, Norbert Buske, Gerd Baier, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1984, 1987 2. Auflage