Dorfkirche Retzin (Gemeinde Ramin)

Der kleine rechteckige Saalbau aus sauber geschichteten Feldsteinquadern wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Der Westturm aus Ziegel wurde in neugotischen Formen 1878 angefügt. In der Ostwand sitzt eine gestaffelte Dreifenstergruppe, das mittlere Fenster wurde zugesetzt; im Giebel darüber drei Spitzbogenblenden. Die übrigen Fenster wurden barock verändert. Von den ursprünglichen Granitportalen ist das nördliche erhalten, das südliche wurde zugesetzt. Das westliche Stufenportal im Turm hat ein gerahmtes Bogenfeld und darüber ein Rundfenster. Der Turm ist durch Ecklisenen gegliedert. Paarige Schallöffnungen lassen die Glocke, 1726 von Johann Heinrich Schmidt in Stettin gegossen, erklingen. Der Turm wird von einem flachen Pyramidendach geschlossen, das anstelle des 1945 zerstörten Achteckaufsatzes errichtet wurde. An den Seiten befinden sich polygonale Anbauten.
Der Innenraum ist flachgedeckt.
Zur Ausstattung gehört ein mittelalterlich gemauerter Altar, ein Aufsatz in Renaissanceformen von 1629 mit architektonischem Aufbau: eine Kreuzigungsdarstellung im Mittelteil, flankiert von Figuren der Apostel Petrus und Paulus, dazu Stifterwappen (v. Ramin), auf dem Gesims ein Bild der Himmelfahrt, dazu die Figuren der Evangelisten, sowie ein Abendmahlsrelief in der Predella, flankiert von Reliefs der weiblichen Allegorien Patientia und Temperantia. In der Bekrönung weitere Figuren, einzelne Teile sind spätere Ergänzungen, der Altar wurde um 1970 restauriert.
Die Kanzel wurde um 1700 geschaffen und das Patronatsgestühl stammt aus dem 18. Jahrhundert, ebenso wie die Westempore.
Der Kirchhof ist von einer Feldsteinmauer umschlossen.
Am südlichen Ortseingang befindet sich ein kleiner Friedhof. Neben der Familiengrabstätte Karow/Utech mit Gedenksteinen für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Söhne gibt es auf dem Friedhof auch eine Soldatengrabstätte für 12 unbekannte deutsche Soldaten, gefallen am 26. April 1945 in den letzten Stunden des Zweiten Weltkriegs in und um Retzin.

Quellen:
Vom Grossen Landgraben bis zur Oder - Offene Kirchen III, Broschüre, Arbeitsgemeinschaft für Pommersche Kirchengeschichte e.V., Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006