Dorfkirche Dobbertin
ehem. Kloster

Einzige doppeltürmige Kirche in Mecklenburg, 1227 als Benediktinerkloster erstmals erwähnt, zwischen 1219 u. 1225 als Mönchskloster von Fürst Heinrich Borwin I. gestiftet, wurde es 1234 in ein Nonnenkloster gleichen Ordens umgewandelt, 1572 als Damenstift für unverheiratet gebliebene Töchter des meckl. Adels eingerichtet, die Klosterkirche, M.14.Jh.erbaut, ist ein langgestreckter, einschiffiger, siebenjochiger Backsteinbau mit polygonalem Chorschluss, 1825-1835 wurde sie durch G.A. Demmler (1804-1886) nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) in neugotischer Ziegelbauweise ummantelt, die Doppelturmfassade mit den schlanken Helmen wurde 1837 fertiggestellt, in den drei westlichen Jochen befindet sich die Nonnenempore, Kreuzrippengewölbe mit achteckigen Granitsäulen, neugotische Ausstattung, Flügelaltar mit Kreuzigungsgemälde von Gaston Lenthe (1805-1860), in der Predella eine Abendmahlsdarstellung von G. Stever von 1864, fünf Chorfenster mit Glasmalereien, eine Kanzel mit geschnitzten Figuren, sandsteinfarbene Gipsplastiken der vier Evangelisten von Gustav Adolf Friedrich Willgohs, Sandsteintaufe in Vasenform, 1586, an der Südseite der Kirche schließt in spitzem Winkel an das westliche Joch der Kreuzgang an, E.13.Jh (südlicher Flügel u. Refektorium) 14.Jh.-A.15.Jh. entstanden die anderen drei Flügel. Zum Kloster gehört der hinter wuchtigen Mauern am Ortseingang gelegene Klosterfriedhof. Durch das schmiedeeiserne Tor fällt der Blick zuerst auf einen über 200 Jahre alten robusten Granitstein. Er wurde für die am 22.2.1791 verstorbene Conventualin von GLOEDEN gestiftet. Ein von Efeu umrankter und im Zopfstil gestalteter Sandsteinobelisk erinnert an den 1790 verstorbenen Klosterhauptmann H.F.Chr. von KRAKEWITZ auf Briggow. 70 weitere Grabsteine einstiger Conventualinnen, Dominas und Provisoren befinden sich noch auf dem Friedhof (von ehem. 140). Desweiteren befinden sich auch ein Kriegerdenkmal und Soldatengräber für deutsche und sowjetische Soldaten auf dem Gelände.