Dorfkirche Helpt

Der rechteckige Feldsteinbau stammt aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Während die Nordsakristei aus der Erbauerzeit stammt, ist der südliche zweietagige Anbau ein barocker Logenzugang bzw. eine Grablege herrschaftlicher Kirchenpatrone aus dem Jahr 1792. Die blendengefassten Dreifenstergruppen der Chorwände zeigen noch deutlich romanische Züge.
Aus dem Jahr 1728 stammt der quadratische Fachwerkturmaufsatz mit achteckiger Glockenstube und schindelgedecktem Spitzhelm. Im Turm hängt nur noch eine Glocke. Die Nordsakristei verdeckt das mit Rundstäben profilierte Spitzbogenportal der Totenpforte. Die ehemalige Priesterpforte wird durch den Logenanbau verdeckt. Auffällig ist an dieser Kirche, dass sie außer den Chorfenstern und einem kleinen Spitzbogenfenster über dem Südanbau keine weiteren Fensteröffnungen hat. Betreten wird die Kirche über das Westportal. Im Turmraum hängen zwei Gedenktafeln: eine für die in Helpt seit der Reformation wirkenden Pastores und die andere, 1922 von Pastor Dohrn gestiftet, für die Gefallenen des Ersten Weltkrieg, zu denen auch der Sohn des Pastors, Markus Dohrn, gehörte. Der Turm schließt mit einem kräftigen Gurtbogen an den rechteckigen, hohen Hallensaal, der von einer gegliederten Flachdecke überspannt wird.
Den zentralen Platz im Chor nimmt ein barocker Altaraufsatz mit architektonischem Aufbau aus dem Jahr 1720 ein. Predella mit Abendmahlsgemälde, im Mittelteil eine Kreuzigungsdarstellung und im Oberteil eine Strahlengloriole - flankiert von Säulenpaaren und reichlich Rankenschmuck sowie Putti und Engelsköpfe. Auf dem Gesims steht als Bekrönung Christus Triumphator. Die Stifterwappen der Familien v. Oertzen und v. Blücher befinden sich seitlich der Predella.
Die Kanzel mit Portal, Beichtstuhl, Aufgang und Schalldeckel stammt ebenso wie die Westempore aus dem 17. Jahrhundert. Der Beichtstuhl ist mit einem Bild bemalt, das die Begegnung Jesu mit der Sünderin zeigt (Ev. Lukas 7,36-50). Das Kanzelportal zeigt den Apostel Paulus mit Schwert. Am Kanzelkorb sind die vier Evangelisten abgebildet. Sechs Brüstungsfelder der Westempore zeigen jeweils zwei Apostel. Der zwölfte Apostel ist der für Judas Ischariot nachberufene Matthias. Eine hölzerne Taufe, ein Lesepult und das Gemeindebankgestühl runden die Ausstattung ab. In der Ostwand befinden sich einige Sakramentsnischen, wovon eine mit einer eisenbeschlagenen Tür verschlossen ist.
Der Kirchhof ist als Friedhof gestaltet. Ein Gedenkstein erinnert an die Freiherrenfamilie von Bodenhausen. Der Gutsbesitzer verlor am 8. Mai 1945 sein Leben.
Nordöstlich vor dem Kirchhof steht das Kriegerdenkmal. Es nennt die selben 17 Namen wie die Gedenktafel in der Kirche. Ein weiterer großer Feldstein erinnert an die Opfer des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit.

Quellen:
Kirchen auf der Spur... Kirchenkreis Stargard / Landkreis Mecklenburg-Strelitz, Broschüre, Landkreis MST / Kirchenkreis Stargard, Löhlein & Löhlein, Steffen-Druck, 2009