Dorfkirche Möllenbeck b. Neustrelitz

Die urkundliche Ersterwähnung des Ortes liegt im Jahr 1337, als Lehnsherr wird ein Henning Behr genannt. Dieser war um 1325 Marschall der Pommernherzöge und wanderte nach 1326 ins Stargarder Land aus. Der Ortsname ist deutschen Ursprungs und bedeutet soviel wie "Ort am Mühlenbach". Die Kirche in Möllenbeck ist ein turmloser, rechteckiger Feldsteinquaderbau mit einer für die Entstehungszeit Anfang des 14. Jahrhunderts typischen Dreifenstergruppe in der Ostwand. Der Ostgiebel zeigt eine dreiteilige Spitzbogenblende.
In der Westwand befindet sich ein Portal, an dem noch das ursprüngliche Granitgewände mit stumpfem Spitzbogen erhalten ist. Auf der Nordseite ist noch erkennbar, dass es ursprünglich eine Sakristei dort gegeben hat.
Im 30jährigen Krieg wurde der Ort von Tilly's Horden verwüstet und lag danach verlassen, nur die Kirche war stehengeblieben. Im 18. Jahrhundert wurde ein Fachwerkturmaufsatz über dem Westportal errichtet, der bis Anfang des 20. Jahrhunderts aus dem Kirchendach herausragte. Der heute über der Westfassade befindliche bronzene Aufsatz mit Wetterfahne und Sonne ist vermutlich die alte Turmspitze.
Im 19. Jahrhundert entwickelt sich das Dorf zu einem Rittergut. Restaurierungsarbeiten werden an der Kirche ausgeführt, bei denen das Westportal verbreitert wurde und der Anbau auf der Südseite entstand.
Von dem auf der Südseite des Friedhofes befindlichen achtseitigen Mausoleum sind nur noch Reste erhalten. Das Erbbegräbnis wurde 1858 im neugotischen Stil errichtet.
Vermutlich diente es den Herrschaften aus dem Hause Behr/Behr-Negendank als Begräbnisstätte.
In den 1960er Jahren wurde das Dach der Kirche neu gedeckt, der Turmaufsatz abgenommen und ein Glockenstuhl errichtet.
In dem kleinen eisernen freistehenden Glockenstuhl hängt eine Bronzeglocke von 60 Zentimetern Durchmesser mit interessantem Gießerzeichen. Eine zweite Glocke musste während des Ersten Weltkriegs zu Kriegszwecken abgeliefert werden.
Der Innenraum der Kirche ist flachgedeckt. Zur Ausstattung gehört ein klassizistischer Kanzelaltar. An der Südwand im Altarraum steht ein schlichtes Patronatsgestühl mit sechs Familienwappen in den Brüstungsfeldern. Darüber sind auf einem schwarzen Brett vier farbige Sargbeschläge mit Allianzwappen angebracht. Die Wappen lassen auf Mitglieder der Adelsfamilie Behr bzw. Behr-Negendank schließen. Der Messingständer der Osterkerze besitzt am Fuß eine Inschrift, dort werden die Initialen F.v.B. mit dem Datum 6. April 1882 genannt. An der Nordwand steht das Prediger-/Pastorengestühl, davor der achteckige Taufstein mit Messing-Taufschale. Gemeindegestühl und Westempore lassen sich stilistisch dem Entstehungsjahr der Grüneberg-Orgel 1875 zuordnen. Auf der Empore stehen drei Gedenktafeln für die Gefallenen der Kriege 1813/14, 1870/71 und 1914-1918. Unter der Westempore ist eine Winterkirche eingerichtet.
Die Kirche ist von einem Friedhof umgeben.
Heute gehört die Kirche zur ev.-luth. Kirchgemeinde Rödlin-Warbende.
(weitere Quelle: Informationstafel an der Kirche)