Dorfkirche Melz

Melz wurde schon 1298 urkundlich als Kirchdorf erwähnt. Der heutige Kirchbau in Melz stammt aus dem Jahr 1816, nachdem ein Vorgängerbau von 1552 wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste.
Der schlichte verputzte Backsteinbau entspricht der Mode seiner Zeit und wurde vom damaligen Patron und Gutsbesitzer zu Melz, Herrn Friedrich August von Ferber, im Überschwemmungsjahr 1816 und im 63. Jahr seines Wohnsitzes sowie im 83. Lebensjahr seinerselbst in Auftrag gegeben (Inschrift über dem Südportal).
Der Westturm hat ein niedriges Pyramidendach. In der Glockenstube hängt eine der ältesten Glocken Mecklenburgs, eine Bronzeglocke aus dem 14. Jahrhundert, und noch eine gusseiserne aus dem 20. Jahrhundert.
Der Innenraum ist flachgedeckt.
Auch große Teile der Innenausstattung stammen aus der Erbauerzeit.
Das vierflügelige Triptychon aus dem frühen 16. Jahrhundert wurde 1816 zum Teil erneuert. Im Mittelteil steht eine Mondsichel-Madonna flankiert von Heiligenfiguren. Die Flügel sind innen und außen mit Malereien versehen; geöffnet zeigen sie: die Beschneidung Jesu, die Heimsuchung Mariens durch Elisabeth, die Geburt Jesu und die Anbetung durch die drei Könige. Auf den Rückseiten sind die Verkündigung und die beiden Apostel Petrus und Paulus zu sehen.
Der Kanzelkorb stammt vermutlich aus dem 17. Jahrhundert und zeigt die vier Evangelisten.
Die Patronatsempore im Altarraum zeigt diverse Familienwappen aus dem Stammbaum des Kirchenpatrons von Ferber. Die Brüstungsfelder der Westempore sind leer. Sinnsprüche verzieren die Empore und die Wände.
Im abgetrennten Chorraum wurde eine Winterkirche eingerichtet.
Auf dem Kirchhof stehen zwei Sandsteinsarkophage auf der Grabstätte der Patronatsfamilie.
Am Ufer des Melzer Sees befindet sich der Friedhof der Gemeinde, dort steht auch eine moderne Trauerhalle.
Am 16. März 1816 kam in Melz der spätere Hofbaurat Hermann Willebrand (1816-1899) als Sohn des Pastors A.L. Willebrand zur Welt. Mit dem Architekten H. Willebrand sind zahlreiche Bauten in Schwerin, das Schloss in Ludwigslust und die Universität Rostock verbunden.

Quellen:
Kirchen in der Mecklenburgischen Seenplatte Südl. Müritz, Broschüre, IG der KirchenführerInnen Mecklenburgische Seenplatte, Druckerei Beyer GbR, Röbel,