Dorfkirche Gehren (Stadt Strasburg)

Der Ort Gehren gehört zur Stadt Strasburg und zum Landkreis Uecker-Randow, damit aber eigentlich zu Vorpommern. Die Kirche in Gehren gehört aber zur Mecklenburgischen Landeskirche und ist Bestandteil der ev.-luth. Kirchgemeinde Schwichtenberg/Gehren in der Propstei Friedland.
Die heutige Kirche ist ein "Neubau" aus dem 18. Jahrhundert, vermutlich auf den Fundamenten und mit den Baumaterialien einer mittelalterlichen Vorgängerkirche errichtet. Ostgiebel und Turmaufsatz mit Glockenstube sind in Fachwerk gearbeitet. Auf der Südseite wurde im 19. Jahrhundert eine kleine Eingangsvorhalle mit Schaugiebel angefügt. Gebäudeecken und Fenstergewände sind durch Putzfaschen hervorgehoben. Von den ursprünglich drei Fenstern der Ostwand ist nur das mittlere erhalten. Der Turmraum kann über das Westportal betreten werden.
Der Innenraum ist mit einer flachen Bretterdecke geschlossen, auf die eine kassettenförmige Bemalung als Sternenhimmel aufgebracht wurde.
Die Ausstattung ist geschlossen barock. Der Altar mit architektonischem Aufbau (1767) zeigt ein Altarbild mit Kreuzigungsdarstellung von J. G. Busch. An den Ohren befinden sich farbenprächtige Wappenmedaillons der Stifterfamilien v. Rieben (nord) und v. Münchow (süd). Als Bekrönung steht Christus Triumphator zwischen Posaune blasenden Putti. Ob es sich bei dem an der nördlichen Ostwand hängenden segmentbogigen Gemälde mit Gethsemane-Darstellung um das Predella-Bild des Altares handelt, ist ungewiss, eine künstlerische Nähe zum Altarbild ist auch nicht wirklich zu erkennen. Rechts und links vom Altar stehen verglaste Logen, wobei die an der Nordwand stehende als Beichtstuhl und Predigergestühl Zugang zur Kanzel gewährt. Die Kanzel ist eine reich verzierte Schnitzarbeit. Sie wird von einer Moses-Figur getragen. Am Korb sind in Ädikularahmen Reliefs von Christus als Salvator mundi und den vier Evangelisten angebracht. Auf dem als Krone gestalteten Schalldeckel "posaunt" ein mit Strahlenkranz umgebener Engel.
Von der Decke hängt ein Messingkronleuchter herab.
Bei der ganzen Ausstattung fehlt ein wesentliches Teil - die Taufe/der Taufstein.
Die Gemeinde nimmt auf einem alten Kastengestühl Platz. Über dem Südportal wurde ein Stück der barocken Ausmalung freigelegt. In einem kleinen Schrein an der Südwand wurden vier Schnitzfiguren eines mittelalterlichen Marienaltars aufgestellt. An der Nordwand hängen die Gedenktafeln für die Weltkriegsgefallenen. Ein Fenster in der Nordwand zeigt eine moderne Glasmalerei.
Auf mehreren bemalten Holzstützen ruht die abgeknickte Westempore. An der Brüstung prangen gemalte achteckige Brustmedaillons von Christus und den verbliebenen elf Aposteln. In goldenen Lettern steht der jeweilige Name unter dem Bild. Auf der Empore steht eine Orgel mit klassizistischem Prospekt. Sie wurde 1858 von Ernst Sauer geschaffen und 1905 durch Barnim Grüneberg soweit umgebaut, dass dieser sie als sein Opus 504 ausweist. Unter der Empore wurde eine Winterkirche eingerichtet.
Der als Friedhof angelegte Kirchhof wird von einer Mauer umgrenzt.
Regelmäßig einmal im Jahr findet in dieser wunderschönen Kirche ein Gottesdienst in plattdeutscher Sprache statt, wobei sämtliche Texte und Lieder, ja sogar die Predigt, in dieser imposanten Mundart gehalten sind. Nach dem Gottesdienst versammelt man sich immer noch im nahegelegenen Gutshaus zu geselliger Runde.
(weitere Quelle: Informationstafel an der Kirche)