Dorfkirche Quilow (Gemeinde Groß Polzin)

Rechteckiger turmloser Ziegelbau mit Chorapsis in neugotischen Formen,1886/87 errichtet. Ost- und Westgiebel sind mit aufsteigenden Treppenfriesen, Lisenen und spitzbogigen Blenden sowie Giebeltürmchen ähnlich gestaltet. Am Cho befinden sich diagonal gestellte Strebpfeiler. In der Traufzone umläuft ein Fries aus stehenden Bindern. Gestuftes segmentbogiges Westportal in flacher Wandvorlage mit diagonal gestellten Strebepfeilern und Kreisblende im Tympanon (Bogenfeld). Das schmale Nordportal, der ehemalige Patronatszugang, ist schlichter gestaltet. Schlanke spitzbogige Fenster in den Längsseiten. Unter der Traufe des Schiffes verläuft ein gestufter Konsolfries.
Das Schiff ist mit einer flachen Holzbalkendecke überzogen, im Chor ist diese verputzt.
Eine einheitliche bauzeitliche Holzausstattung: Altar mit Gehege und dreiteiligem Aufsatz mit Fialen und Wimpergen bekrönt, im Hauptfeld moderne Schnitzfiguren der Kreuzigung vom Künstler Gerhard Becker, polygonale Kanzel, Taufe, Sakristeiverschlag, Patronats-, Pastoren- und Gemeindegestühl sowie die Westempore mit Kleeblattbogenblenden, Ölbilder von Luther und Melanchthon (1598), die Orgel von Barnim Grüneberg (1887) im neugotischen Prospekt, Kalkstein-Grabplatte mit Reliefs von Roloff v.Owstin (+1591) und Gattin, zwei hölzerne Epitaphe für Christian Gustaff v.Owstin (+1676) und Heinrich v.Owstin (+1677).
Freistehender eiserner Glockenstuhl, 3 Glocken von 1935, gegossen in der Märkischen Glockengiesserei Hennickendorf b. Berlin.
Kirchhof als Friedhof gestaltet, von Granitsteinmauer umgeben, Torpfeiler aus Backstein.
Anbei befindet sich das baugeschichtlich bedeutsame Herrenhaus, nach 1551 für Roloff von Owstin errichtet und Anfang des 17. Jahrhunderts umgebaut.

Quellen:
Vom Greifswalder Bodden bis zur Peene - Offene Kirchen II, Broschüre, Arbeitsgemeinschaft für Pommersche Kirchengeschichte e.V., Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006