Dorfkirche Grüttow (Gemeinde Stolpe)

Die Kirche Grüttow ist ein neugotischer Granitsteinbau von 1882 und ein Kapellenbau preußischen Typus. Der kleine Saalbau mit Polygonchor zeigt Architekturdetails aus Backstein. Am Westgiebel Putzblenden aus Backstein. Das Westportal mit Kreisblende im Tympanon (Bogenfeld über dem Türsturz) hat ein gestuftes Gewände und sitzt in einer übergiebelten Wandvorlage. Die Fenster mit gestuften Gewänden sind am Schiff zu Dreiergruppen zusammengerückt. Die zweibahnigen Holzfenster mit Scheitelokuli und Buntglasornamenten stammen von 1894.
In dem offen gemauerten Giebelreiter hängt eine Glocke.
Im Chor gibt es ein Rippengewölbe mit Birnstabprofil, das Schiff ist flachgedeckt.
Die einheitlich bauzeitliche Innenausstattung trägt neugotische Elemente:
Blockaltar mit Kreuz, Kanzel mit Predigerstuhl, achtseitige Taufe und Gemeindegestühl. Zwei geschmiedete Leuchter hängen von den Deckenbalken herab.
Der Kirchhof ist von einer Feldsteintrockenmauer umgeben. Die Torpfeiler mit Zahnschnitt aus Backstein stammen vom Ende des 19. Jahrhunderts.
In der näheren Umgebung steht an der Weggabelung der Chaussee Anklam/Jarmen der sogenannte Wartislawstein. Der rote Granitfindling ist ein Gedenkstein für den vor 1136 ermordeten pommerschen Herzog. Die Vorderseite zeigt ein lateinisches Kreuz und das Trinkhorn als Herrschaftssymbol, auf der Rückseite eine verwitterte männliche Figur.

Quellen:
Vom Greifswalder Bodden bis zur Peene - Offene Kirchen II, Broschüre, Arbeitsgemeinschaft für Pommersche Kirchengeschichte e.V., Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006