Dorfkirche Stolpe b. Anklam
Wartislaw-Gedächtniskirche

Der neugotische Ziegelbau auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes mit Chornebenkapellen und quadratischem Westturm wurde 1891-1893 nach Plänen des Berliner Baumeisters Theodor Prüfer errichtet. Alle Bauteile zeigen getreppte Strebepfeiler. Die Fenster und Portale sind mit reich profilierten Gewänden ausgestattet. In der Traufzone verläuft ein Kleeblattbogen- und Zahnfries.
Der Turm hat im Norden einen polygonalen Treppenturm, das gestufte Westportal sitzt in einer flachen übergiebelten Wandvorlage, im Bogenfeld ein Relief, in der Mitte Christus, der Herzog Wartislaw I. die Hand auf das Haupt legt, links ist Bischof Otto von Bamberg, das Kirchenmodell darbietend, dargestellt. Der Turmhelm ist eingezogen und hat eine hohe achtseitige Spitze.
Das Dach ist schiefergedeckt. Im Innenraum gibt es ein Rippengewölbe. Im Chor sind noch Reste der reichen bauzeitlichen schablonierten Wandmalerei erkennbar. Die ganze Kirche wurde 1994/95 umfangreich saniert.
Bauzeitliche Ausstattung mit Kanzel, Gestühl und Westempore mit geschnitztem Maßwerk, Orgel von C.F. Völkner, Dünnow. In den Fenstern befindet sich eine reiche bauzeitliche Glasmalerei: segnender Christus, Wappen und Stifternamen der Familien Behr Negendank (Semlow), von der Osten (Zannewitz), von Maltzahn, von Bülow (Stolpe), von Schwerin sowie Apostel Petrus und Paulus.
Auf dem Kirchhof befindet sich die Familiengrabstätte der Gutsbesitzerfamilie von Bülow.
Der Friedhof befindet sich einige Meter weiter westlich.
An der Bundesstraße steht der mittelalterliche Wartislawstein. Er soll zu Ehren des ersten christlichen Herzogs Pommerns, Wartislaw I., errichtet worden, der Volkssage nach soll er im 12. Jahrhundert bei Stolpe ermordet worden sein. Auf der Vorderseite sind Kreuz und Horn eingeritzt, Symbole für Christentum und slawischem Herrschertum; auf der Rückseite ist eine Figur, wohl der Herzog selbst, eingeritzt.

Quellen:
Vom Greifswalder Bodden bis zur Peene - Offene Kirchen II, Broschüre, Arbeitsgemeinschaft für Pommersche Kirchengeschichte e.V., Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006