Dorfkirche Ziethen
St. Marien

Rechteckiges Langhaus aus sorgfältig geschichtetem Feldsteinmauerwerk, errichtet im zweiten Drittel des 13. Jahrhunderts und 1257 geweiht.
Ein wohl gleichzeitig errichteter Chor wurde nach Einsturz 1830 wieder abgerissen und hatte, wie das Schiff, zu gestaffelten Dreifenstergruppen geordnete Spitzbogenfenster mit Leibungen aus Backstein. Ein spitzbogiger Triumphbogen blieb erhalten, die beiden nach dem Chorabbruch eingelassenen Fenster an der Ostseite wurden später wieder zugesetzt. In der östlichen Giebelspitze befinden sich gestaffelte Blenden aus Backstein, an den verputzten westlichen Halbgiebeln gestaffelte Spitzbogenblenden. An der Nordseite befindet sich eine kleine vermauerte Spitzbogenpforte und ein Anbau mit geschwungenem Giebel, an der Südseite ein segmentbogiges Portal mit Türblatt. Das ursprüngliche Westportal im Turm ist heute verputzt.
Der mächtige quadratische Westturm mit einem spitzbogigen Stufenportal aus Backstein mit gefastem Gewände wurde erst im 15. Jahrhundert vor die Kirche gesetzt, wobei die beiden jeweils etwas eingerückten Obergeschosse aus verputztem Feldsteinmauerwerk mit den segmentbogigen Schallluken im Glockengeschoss sowie das Zeltdach wohl noch später entstanden sind. Der Turm wurde 1989 gesichert, das Pyramidendach mit Kupfer gedeckt. Seit 1972 befindet sich im Turmuntergeschoss die Winterkirche.
Der Innenraum ist flachgedeckt, war aber wohl ursprünglich gewölbt.
Der ehemalige Triumphbogen dient als Rahmung der Altarnische. 1937 erfolgt ein Umbau durch Ostermeyer, Stettin; aus dieser Zeit stammt die Ausstattung mit Altar, Kanzel und Emporen, gleichzeitig wurde das Gestühl aus dem 19. Jahrhundert verändert. Zur Ausstattung gehört weiterhin eine kelchförmige Taufe aus gotländischem Kalkstein (1.H.14.Jh.), an der Kuppa spitzbogige Blendarkatur, das ehemalige Altarbild, Anbetung der Hirten, ist eine Kopie nach Correggio (um 1860), die Orgel 1849 von Friedrich Nerlich, Stralsund, gebaut, 1937 mit dem Prospekt überarbeitet, zu der Zeit die Fenster mit den Wappen der früheren Patronatsfamilien ausgestattet: Prützmann, v.Lengerke, Freiherr von Malchus (Menzlin), v.Below (Jargelin), v.Bornstädt (Relzow), v.Owstin (Quilow), v.Buggenhagen (Dambeck), v.Schwerin (Ziethen), v.Hertell (Daugzin), v.Lepel (Gützkow).
Auf dem umliegenden Friedhof befinden sich mehrere Familiengrabstätten und Grabsteine der Patronatsfamilien (u.a.a. v.Eickstädt).
Im Turm hängt eine Glocke, 1587 von Benedictus Hein gegossen.

Quellen:
Dorfkirchen Landeskirche Greifswald, Buch, Norbert Buske, Gerd Baier, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1984, 1987 2. Auflage
Vom Greifswalder Bodden bis zur Peene - Offene Kirchen II, Broschüre, Arbeitsgemeinschaft für Pommersche Kirchengeschichte e.V., Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006