Dorfkirche Tarnow

In dem zum bischöflichen Stiftsland gehörenden Dorf soll bereits 1233 eine Kirche existiert haben, die als Vorgängerbau des heutigen Gotteshauses angesehen werden muss, denn im frühen 14. Jahrhundert wurde mit der Errichtung eines Neubaues begonnen.
Die Kirche ist ein zweischiffiger, vierjochiger Backsteinbau mit geradem Ostschluss ohne äußerlich abgesetzten Chor sowie Sakristeianbauten auf Nord- und Südseite.
Im Westen ist ein auf einem Feldsteinsockel ruhender Turm nachträglich angefügt worden.
Die Giebel sind durch gestaffelte Spitzbogenblenden belebt.
Das Innere prägt die mittlere Pfeilerreihe, von der die hoch ansteigenden Kreuzrippengewölbe ausgehen. Die Ausstattung ist sehr reichhaltig.
Hauptstück ist ein spätgotischer Flügelaltar mit einer geschnitzten Kreuzigungsdarstellung im Mittelschrein und je acht Heiligenfiguren in den Flügeln. Nach einmaligem Umschlagen der Flügel wird eine aus acht Szenen bestehende Passionsfolge sichtbar. Auf die Rückseiten der äußeren Flügel ist die Verkündigung gemalt. Diese Malerei verrät deutlich niederländischen Einfluss. Ebenfalls aus dem Mittelalter stammen die Tauffünte und das Triumphkreuz am Mittelpfeiler.
Die hölzerne Kanzel, die Emporen und die herrschaftlichen Logen der Patronatsfamilien sind barock. Am Kanzelkorb befinden sich die Bildnisse der vier Evangelisten. An den Brüstungen der Logen und Emporen sind Bildnisse mit biblischen Szenen (u.a. Sündenfall, Jesu Geburt, Abendmahl sowie Kreuzigung, Auferstehung, Himmelfahrt, Weltgericht und 13 alttestamentliche Szenen).
Im hinteren Kirchenschiff steht eine alte Bronzeglocke mit Ritzzeichnungen und Inschrift. Gedenktafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges hängen an der Südwand.
Die Orgel ist ein Werk des Schweriner Orgelbauers Friedrich Ludwig Theodor Friese (Friese III) aus dem Jahr 1874.
Auf dem die Kirche umgebenden Friedhof befinden sich zahlreiche Grabstätten der herrschaftlichen Familien der umliegenden Güter. Auf der Nordseite der Kirche steht zudem ein Kriegerdenkmal und befinden sich die Grabstätten von gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkrieges. 

 

Quellen:
Dorfkirchen in Mecklenburg, Buch, Horst Ende, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1975
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Güstrow, Buch, Zerniner Beschäftigungsinitiative (ZEBI) e.V., Edition Temmen, 1997