Dorfkirche Weitenhagen

Backsteinsaal von zwei Jochen mit geringfügig eingezogenem Polygonchor, wohl um 1400 errichtet. Die Südsakristei ist wohl etwas jünger. Am Bau befinden sich abgetreppte Strebepfeiler und ein umlaufendes Kaffgesims.
Der hölzerne Turm wurde im 30jährigen Krieg zerstört. 1861/62 erfolgte eine Restaurierung der Kirche durch Gustav E.B. Müller. Am Chor befinden sich zwei- und am Schiff dreibahnige Spitzbogenfenster mit z.T. erneuerten Gewänden und Pfosten mit Rundstab. Der Sakristeigiebel zeigt über einem doppelten Zahnfries drei gestaffelte Blenden mit Winkelsturz sowie Fialaufsätze. Die Schiffsportale auf West- und Nordseite besitzen Gewände mit eingestellten Dreiviertelstab, das Südportal wurde zugesetzt. Die Westwand wurde zudem erneuert.
Im Innern ein Kreuzrippengewölbe. 1939 wurden Rankenmalereien an den Gewölberippen aus der Zeit um 1400 freigelegt. Auch die Triumphbogenleibung ist mit Rankenmalerei versehen. Zur Südsakristei führt ein mehrfach gestuftes Spitzbogenportal.
Die Ausstattung der Kirche wurde erneuert. Auf dem gemauerten Altar steht ein großer Kruzifixus mit einem Corpus aus der Zeit um 1500. Die Dornenkrone ist aus echten Zweigen geflochten. Von der historischen Ausstattung ist noch die Westempore mit Brüstungsfeldern aus Resten des ehemaligen Rokoko-Gestühls mit Grisaillemalerei des 18. Jahrhunderts erhalten geblieben. Die zur Zeit nicht bespielbare Orgel wurde 1861 von Friedrich Albert Mehmel in Stralsund gebaut. Der neugotische Prospekt ist mit Fialen und Wimpergen geschmückt. 1976 erfolgte eine klangliche und technische Neugestaltung der Orgel durch Wolfgang Nußbücker aus Plau am See. An der Westwand sind zwei alte Grabplatten aus Kalkstein für Regina H.C. Hintze (+1785) und Christina M. Schmidt (+1828) aufgestellt.
Auf dem Kirchhof und an der Kirchmauer stehen noch einige z.T. sehr alte Grabwangen sowie eine kleine Leichenhalle aus Backstein.
In dem zweijochigen hölzernen Glockenstuhl an der Westseite der Kirche hängen drei Glocken. Die älteste wurde 1803 von J. Gottlieb Metzger in Stralsund gegossen; die anderen beiden stammen von 1997 aus der Werkstatt A. Bachert in Heilbronn.
Eine Feldsteintrockenmauer umschließt den Friedhof, sie wird im Westen durchbrochen von einem Backsteinportal mit kleiner Pforte und korbbogiger Durchfahrt aus dem 15. Jahrhundert.

Quellen:
Vom Greifswalder Bodden bis zur Peene - Offene Kirchen II, Broschüre, Arbeitsgemeinschaft für Pommersche Kirchengeschichte e.V., Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006