Dorfkirche Marsow (Gemeinde Vellahn)

Feldsteinkirche aus der Mitte des 14. Jahrhunderts bestehend aus Chor und Langhaus, welche beide mit einer flachen Balkendecke geschlossen sind. Im Innern des Langhauses auf jeder Seite zwei spitzbogige Schildbögen. In der Westwand ein später vermauertes Spitzbogenportal, an der Nordwand eine angebaute Grabkapelle für die Herren von Schilden (1798-1860). Der Turm mit einer Zwiebelhaube von 1911 und zwei Glocken in der Glockenstube. Im Innern eine figürliche Ausmalung bzw. Fresken (Evangelisten, Stammväter, allegorische Figuren, Abendmahl mit Judas als Verräter, himmlische Jerusalem u.a.) sowie ornamentale und vegetabile Rankenmalerei, entstanden um 1910. Zur Ausstattung gehören: ein Altartriptychon mit vollplastischer Darstellung "Christus am Kreuz" im Mittelteil und gemalter geschlechterspezifisch getrennter Anbetungsszene der menschlichen Generation (gestiftet 1725 von Generalmajor Friedrich von Züle auf Zühr, Herren seit dem 14.Jh.), eine barocke Kanzel mit Schalldeckel (1725), Fenster mit Glasmalerei und Wappen aus der Werkstatt Prof. Fr. Geiges in Freiburg (1911), ein Taufstein aus grauem Marmor (1834) und ein spätgotisches Holzrelief vom Ende des 16. Jahrhunderts. Die Orgel von Friedrich Friese (Friese-III) wurde 1908 angekauft und erst 1912 von Orgelbauer Marcus Runge aufgestellt.
Die Kirche ist von einem Friedhof umgeben.
Westlich vor der Kirche erhebt sich die Grabkapelle der Familie v. Bülow. Das neugotische Gebäude aus Granitsteinquadern zeigt das Bülowsche Familienwappen aus Sandstein im Spitzbogen des Eingangsportals. Eine Namenstafel erinnert an die bestatteten Familienangehörigen. Heute wird die Grabkapelle als Trauerhalle genutzt.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Parchim, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001