Dorfkirche Liepe (Gemeinde Rankwitz)
St. Johannes

Die St. Johannis-Kirche ist mit einer Erwähnung 1216 wohl die früheste Kirche auf Usedom. Der heute vorhandene gotische Nachfolgebau dürfte erst im 15. Jahrhundert errichtet worden sein Der turmlose Feldsteinbau zeigt zahlreiche Architekturglieder in Backstein, wobei die großen zweiteiligen spitzbogigen Fenster mit Mittelpfosten aus Rundstab Anfang des 20. Jahrhunderts eingesetzt worden sind. Die ursprüngliche Fensterform wird in den als Backsteinblenden gearbeiteten spitzbogig gefassten Winkelsturzgruppen angedeutet, in vierfacher Form diese am Ostgiebel. Die Gebäudeecken werden durch kräftige getreppte Strebepfeiler gestützt. Auf der Südseite befinden sich zwei Portale; Priesterpforte mit rundbogigem Stufengewände, spitzbogige Laienpforte zugesetzt, verputzt und als Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges gestaltet.
Der Eingang erfolgt heute über eine kleine Fachwerkvorhalle an der Westwand der Kirche aus dem 18. Jahrhundert.
Die Kirche ist mit einem Krüppelwalmdach aus Ziegel gedeckt, nachdem der Dachstuhl 1792 einstürzte, dauerte seine Reparatur bis 1799 an. Im April 2012 wurde der Dachstuhl erneuert, wozu auch der gesamte Innenraum eingerüstet wurde.
Der Innenraum ist von einer flachen Holzbalkendecke überzogen, die von hölzernen Stützen getragen wird. In der beiden Nischen der Ostwand wurden Reste spätmittelalterlicher Wandmalereien freigelegt. Die Darstellungen von Kreuzigung und Auferstehung dürften mit der Errichtung der Kirche Ende des 15. Jahrhunderts entstanden sein.
Der Kanzelaltar und die übrige Innenausstattung stammt aus dem 18. Jahrhundert. An Beichtstuhl und Kastengestühl sind die Jahreszahlen 1735 und 1772 angegeben. Die Westempore mit der in die Brüstung eingearbeiteten Grüneberg-Orgel stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Auf der Nordseite weitere Strebepfeiler und ein zugesetztes Portal.
Auf dem Kirchhof sind zahlreiche Kunstwerke ausgestellt.
Im Westen steht ein Glockenstuhl aus Holz mit einem Satteldach. Darin hängen zwei Stahlglocken, datiert auf 1955.
Etwas abseits befindet sich der Friedhof von Liepe. Dort befinden sich Grabstätten unbekannter Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg mit anonymen Holzkreuzen, desweiteren Grabstätten von Gefallenen des Ersten Weltkrieges sowie eine moderne Trauerhalle.

Quellen:
Willkommen in den Kirchen Usedoms Sommer 2007, Flyer, Regionalkonvent Usedom, Clemens Kolkwitz, Hoffmann-Druck Wolgast, 2007