Dorfkirche Morgenitz (Gemeinde Mellenthin)

Kurz nach Einrichtung der selbstständigen Pfarrei 1423 muss mit dem heutigen turmlosen Backsteinbau begonnen worden sein. Die Kirche ist ein kleiner rechteckiger Saalbau mit einer Holztonnendecke und einer schlichten barocken Innenausstattung, bestehend aus Altaraufsatz mit Tafelbildern, Kanzel mit gemalten Evangelistendarstellungen, Predigerverschlag und Gemeindegestühl mit gemalten Blumenmotiven sowie einem Epitaph-Gemälde.
Die Westempore, der dreiteilige Orgelprospekt und die Grüneberg-Orgel kamen 1894 in die Kirche.
Unter dem Chor befindet sich eine Gruft, die noch bis Ende des 17. Jahrhunderts genutzt wurde. Sie birgt heute noch den kupfernen Prunksarg des 1699 verstorbenen Obristen Paul Weediger von Borcke.
Die ursprünglich flache Holzbalkendecke wurde 1894 entfernt, um Platz für die Orgel zu schaffen.
Die Kirche wird durch ein spitzbogiges Portal in der Westwand betreten. Die Steilheit des Westgiebels wird durch die langen gestaffelten Blendnischen unterstrichen. Der Ostgiebel stürzte 1764 ein und wurde abgewalmt und mit wenig Blendenschmuck 1771 wieder hergerichtet. Auf der Nordseite gibt es noch ein kleines Portal. Die Fenster wurden segmentbogig verändert. Das Langhaus wird durch getreppte Strebepfeiler gegliedert.
Der Kirchhof wird von einer Feldsteinmauer umschlossen. Eine Besonderheit stellen die eisernen Grabkreuze aus dem 19. Jahrhundert dar. Im freistehenden Glockenstuhl hängen zwei Glocken; eine Bronzeglocke 1898 von Voß & Sohn in Stettin gegossen, und eine Stahlglocke, 1966 in Apolda gegossen.
Vor dem Glockenstuhl steht das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Neben der Kirche steht das alte Pfarrhaus und gegenüber befindet sich der neue Friedhof mit Trauerhalle und u.a. einer Grabstätte der Familie der Grafen von Schwerin.

Quellen:
Dorfkirchen Landeskirche Greifswald, Buch, Norbert Buske, Gerd Baier, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1984, 1987 2. Auflage
Willkommen in den Kirchen Usedoms Sommer 2007, Flyer, Regionalkonvent Usedom, Clemens Kolkwitz, Hoffmann-Druck Wolgast, 2007