Dorfkirche Mellenthin

Eine verputzte Backsteinmauer mit zwei Renaissanceportalen umgrenzt ein Areal am Rande der Ortschaft, in welchem die Mellenthiner Kirche leicht erhöht plaziert ist. Erste Erwähnung und Bausubstanz der Kirche stammen aus dem 14. Jahrhundert. Der Chorraum wurde aus Feldstein errichtet und besitzt ein Kreuzgewölbe, das mit Fresken geschmückt ist. Der massive Westturm mit dem Stufenportal ist dem aus Backstein errichteten Langhaus vorgesetzt und fungierte schon am spätgotischen Bau als repräsentative Eingangsfront. Das nachträglich 1702 aufgesetzte, stark eingezogene Obergeschoss ist mit einem barocken Helm versehen. Das Langhaus ist durch getreppte Strebepfeiler und Rundbogenfenster gegliedert. Der Chorgiebel ist mit Blendnischen und Rautenfeldern geschmückt, das Ostfenster wurde zugesetzt. Der heutige Zugang erfolgt über das schlanke Südportal.
Das Schiff, ein rechteckiger Saal, wird von einem flachen Tonnengewölbe überspannt, das auf ein profiliertes, den ganzen Raum umlaufendes Gesims aufgesetzt wurde.
Der annähernd quadratische Chorraum mit den leicht gebusten Kappen des Kreuzrippengewölbes ist wesentlich niedriger und wird durch einen gerundeten Triumphbogen getrennt, wodurch zwei selbstständig wirkende Raumeinheiten gebildet werden.
Die Kirche verfügt über eine reiche Innenausstattung aus verschiedenen Jahrhunderten. Aus dem Mittelalter stammt der mit Eisenbeschlägen versehene Opferstock unter der Orgelempore. Drei Schnitzfiguren aus dem 15. Jahrhundert sind derzeit ausgelagert. Das Triumphkreuz ist eine Arbeit aus dem 16. Jahrhundert. Von der letzten Umgestaltung der Kirche im 17./18. Jahrhundert stammen Altar (1755), Kanzel (um 1655), Beichtstuhl und das Kastengestühl mit Blumenmotiven (1691) sowie die Orgelempore (1755). Sie bestimmen heute im Wesentlichen den Gesamteindruck des Innenraums. Die beiden großen Tafelbilder an der nördlichen Schiffswand wurden Ende des 17. Jahrhunderts gefertigt (1694 bzw. 1698). An der Südwand des Schiffs ist die Grabplatte des Rüdiger von Neuenkirchen und seiner Frau Ilsabe von Eickstaedt, Erbauer des nahegelegenen Renaissanceschlosses, zu sehen.
Die Orgel ist ein Werk des Stettiner Orgelbaumeisters Barnim Grüneberg.
Im Turm hängt eine Glocke aus dem 17. Jahrhundert. Die Inschrift nennt als Stifter den Landgrafen von Hessen, gegossen wurde sie 1664 von Georg Köckeritz in Stettin.
Der Friedhof befindet sich nördlich außerhalb des Ortes am Waldrand (Dorfstraße 20). Dort steht eine Trauerhalle.
Sehenswert ist auch das Wasserschloss im Ort.

Quellen:
Dorfkirchen Landeskirche Greifswald, Buch, Norbert Buske, Gerd Baier, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1984, 1987 2. Auflage
Willkommen in den Kirchen Usedoms Sommer 2007, Flyer, Regionalkonvent Usedom, Clemens Kolkwitz, Hoffmann-Druck Wolgast, 2007