Dorfkirche Roggenhagen (Gemeinde Brunn)

Die Roggenhagener Dorfkirche ist ein Feldsteinquaderbau des 13. Jahrhunderts mit integriertem Westturm und geradem Chor in Schiffsbreite.
Details von Außen sind die Priester-Pforte auf der Südseite, eine Nordsakristei, das Westportal, ein kleiner nachträglicher Anbau im Osten und der mit gestaffelten Blenden geschmückte Ostgiebel. Die beiden Ostfenster sind mit Glasmalereien ausgestattet und zeigen Christus und Paulus. Die Schiffsfenster sind im Scheitel mit floralen Ornamenten geschmückt. Im 18. Jahrhundert erhielt die Kirche eine barocke Überformung.
Der Innenraum ist flachgedeckt, die Wände sind mit Quaderung gezeichnet, die Ausstattung ist schlicht. Im Altarraum dominiert die hölzerne Wand des Kanzelaltars mit seitlichen Verschlägen. Die farbenfrohen Glasmalereien der Ostfenster erscheinen wie ein Altarbild.
An der Südseite steht eine moderne Kleinorgel und ein achteckiger Taufstein. An der Nordwand hängen Gedenktafeln für die Gefallenen der beiden Weltkriege. Das Gestühl und die Westempore sind aus schlichtem Holz gefertigt. Die im Jahr 1846 anlässlich der Renovierung der Kirche von Carl Hercker geschenkte Orgel ist nicht mehr vorhanden. Lediglich die Prospektwand mit dem Manualverschlag wurde zur Erinnerung an der Westwand aufgestellt und mit einer Erinnerungstafel versehen.
Die Kirche stand bis 1945 unter dem Patronat der Familie von Dewitz. Eine Familiengrabstätte auf dem umliegenden Friedhof erinnert daran. Während des Zweiten Weltkrieges hat Frau von Dewitz das Geläut der Kirche, bestehend aus drei Glocken, vor der Ablieferung bewahrt. Die drei Bronzeglocken wurden alle bei Voss & Sohn in Stettin gegossen. Die ältere und kleinste von 1891 überstand den Ersten Weltkrieg, die beiden anderen wurden 1923 als Ersatz für die im Krieg eingeschmolzene vom Patron und weiteren Gemeindemitgliedern gestiftet.
In der Glockenstube ist zudem noch das alte Uhrwerk der Turmuhr zu sehen.
Auf dem umliegenden Friedhof befindet sich ein Soldatengrab.
Ein Förderverein bemüht sich seit 2006 um den Erhalt der Kirche. 2009 wurde eine Notsicherung durchgeführt, bei der das Dach erneuert wurde. Im Dezember 2018 war dann auch die Turmsanierung geschafft. Seit diesen Tagen erhebt sich auch die alte Wetterfahne wieder über der Turmspitze, der in seiner Gestaltung auf das Jahr 1745 zurückgeht.
Mit neuen Ziffernblättern versehen kann man heute auch wieder die alte Turmuhr bestaunen.
Regelmäßiger Gast in der Roggenhagener Kirche ist das Jugendblasorchester. Mit solchen Veranstaltungen gelingt es immer gut, das öffentliche Interesse für die Erhaltung der Kirche zu sensibilisieren und den einen oder anderen Euro in die Förderkasse zu bringen. Geld, das weiterhin dringend gebraucht wird.

Quellen:
Kirchturm bleibt auf der Warteliste, Artikel, Anke Brauns, Nordkurier, 2016
Roggenhagen krönt seine Kirche, Artikel, Tim Prahle, Nordkurier, 2018

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