Dorfkirche Alt Rehse (Stadt Penzlin)

Die heutige Kirche wurde in den Jahren 1889-1893 als rechteckiger Granitsteinbau mit polygonalem Chorabschluss errichtet.
Am Kirchenschiff befinden sich zu beiden Längsseiten drei gestufte Stützpfeiler.
Der vorgebaute Westturm besteht im Untergeschoss ebenfalls aus Granit- und Ziegelstein, während das Obergeschoss in Fachwerk errichtet wurde.
Im Turm hängen zwei Glocken (1791, 16.Jh.).
Die neugotische Ausstattung mit Altar, Kanzel, Taufe sowie Gestühl und Westempore stammt aus der Erbauerzeit, das Altarbild ist modern.
Auf dem umliegenden Friedhof befinden sich Pastorengräber, eine kleine Trauerhalle sowie ein Soldatengrab. Vor der Kirchhofmauer steht das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges und einer Tafel für den Zweiten Weltkrieg.
Der Dorfkern des ehemaligen NS-Vorzeigedorfs mit großem Gutspark und Herrenhaus wurde umfangreich restauriert.

weiterführende Informationen:

Alt-Rehse, dieses abgelegene Dorf mit heute 350 Einwohnern, liegt im südöstlichen Mecklenburg am Tollense-See. Ursprünglich ein dem Kloster Broda bei Neubrandenburg lehnspflichtiges Bauerndorf, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit schon vor dem 30-jährigen Kriege in wirtschaftliche Not geraten. 1594 zog mit Adam Friedrich der erste evangelische Pfarrer ins Dorf. 1618 kam der „Große Krieg“ und während der Zerstörung Neubrandenburgs durch die Kroaten unter Führung von Graf Tilly wurde es wüst und leer. Menschenleer wurde die Gegend und bald eine leichte Beute der umliegenden Junker, die dann das „Rittergutsdorf“ über 380 Jahre zum Teil als Lehen mecklenburgischer Herzöge, meistens aber als Zankapfel und Pfand von nacheinander 21 Familien besaßen. 200 ha gehörten lange Zeit der Kirche, die das Land nicht zu halten vermochte. Es war ein Ferdinand v. Maltzahn, der auf seinen Gütern, so auch in Alt-Rehse, als erster in Mecklenburg 1816 die Leibeigenschaft aufhob. Der Gutsbesitzer Carl Otto Ferdinand Mercker, der seit 1857 Alt-Rehse bewirtschaftete, zeichnete sich besonders als kundiger Archäologe aus und entdeckte die „Brücke zu Rethra“ bei Wustrow.

Heute gehört die Kirche in Alt Rehse zur ev.-luth. Kirchgemeinde Wulkenzin in der Propstei Neubrandenburg

Quellen:
Kirchen auf der Spur... Kirchenkreis Stargard / Landkreis Mecklenburg-Strelitz, Broschüre, Landkreis MST / Kirchenkreis Stargard, Löhlein & Löhlein, Steffen-Druck, 2009

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