Dorfkirche Schmarsow (Gemeinde Kruckow)

Der Sandstein-Epitaph

Mit der vollzogenen Durchsetzung der protestantischen Glaubensrichtung in unseren Breiten erhielten die Inneneinrichtungen der Kirchen ein neues Gesicht. Wegen der nunmehr verpöhnten Heiligen- und der oftmals sehr entrückten Marienverehrung wurden die gotischen Flügelaltarretabel und Seitenaltäre mit den geschnitzten Heiligenfiguren und den Madonnendarstellungen aus den Kirchen verbannt. Damit entstand eine, auch künstlerische Leere in den Kirchenräumen.

Die Patrone der Kirchen, die adligen Familien der auf den Gütern gesessenen Herrschaften, waren für die Ausstattung und Unterhaltung ihrer Patronatskirche zuständig. Sie nutzten somit die neue Ausrichtung in der protestantischen Kirche, um das Ansehen und das Vermächtnis ihrer Familien auch in den Kirchbauten zu manifestieren. Neben den verstärkt aufkommenden Patronatslogen und -emporen waren es vor allem die Epitaphien, die auf Grund ihrer frommen und gottesfürchtigen Aussagen in der Gestaltung das neue Angesicht der Kirchenräume prägten.

Künstlerisch bediente man sich in unserer Gegend in der Zeit des ausgehenden 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts der in Italien und den Niederlanden längst beendeten Stilepoche der Renaissance, um dann relativ schnell auf den Barock und dann das Rokoko zu wechseln. Insbesondere aber der 30-jährige Krieg führte dazu, dass wir heute nur noch sehr selten von der Renaissance geprägte Ausstattungsstücke in unseren Dorfkirchen vorfinden.

Der Epitaph des E.C. v. Maltzahn (1571-1622) wurde noch mit Anleihen aus der Renaissance, aber auch bereits mit Anklingen barocker Elemente (architektonischer Aufbau, Voluten u.a.), 1625 aus Sandstein geschaffen und an privilegierter Stelle im Altarraum angebracht. Die adligen Familienwappen unterstreichen den Stammbaum und die herrschaftliche Abstammung eindrucksvoll.Die Familie v. Maltzahn war auf Vanselow erbeingesessen und offensichtlich zu jener Zeit Patron der Kirche zu Schmarsow. 

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